facebook     instagram     YouTube

 PROGRAMMÜBERSICHT KLEIST-FESTTAGE 2016

DO 6.10.

18:00 Eröffnung Kleist-Festtage
Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker
Preisverleihung an Thomas Köck
Kleist Forum / Foyer
Eintritt frei

19:00 paradies fluten
Schauspiel von Thomas Köck
Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2016
Theater Rampe/Stuttgart
Kleist Forum
Eintritt: 19,- € / ermäßigt 17,- € / Festivalpass 9,50 €
Ticket kaufen »

FR 7.10.

10:00 Genie oder nicht Genie … Kleist und die Shakespeare-Rezeption um 1800
Wissenschaftliches Kolloquium
Kleist-Museum
Eintritt frei

20:00 Poetry Slam Dead or Alive
Kampf der Künste
Kleist Forum / Großer Saal
Eintritt: 17,- € / ermäßigt 15,- € / Festivalpass 8,50 € / Familienkarte 34,- € 
Ticket kaufen »

SA 8.10.

20:00 Baal von Bertolt Brecht – Thomas Thieme und Sohn
Konzertante Lesung
Kleist Forum / Hinterbühne
Eintritt: 17,- € / ermäßigt 15,- € / Festivalpass 8,50 € / Familienkarte 34,- €
Ticket kaufen »

SO 9.10.

11:00 Shakespeare und Kleist: Genie und Nachahmer?
Vernissage
Sonderausstellung zu den Kleist-Festtagen 2016
Kuratorinnenführungen zu den Kleist-Festtagen: 11.10. / 10:00 und 16:00
14.10. / 13:00, 16.10. / 10:00
Kleist-Museum
Eintritt zur Vernissage frei
Ausstellungsdauer: bis 15. Januar 2017, DI bis SO / 10:00 bis 18:00

12:00 »Geselliges Vergnügen, munteres Gespräch
muß einem Festmahl Würze geben.« Macbeth III,8

Mittagsimbiss
Kleist-Museum
Eintritt: 7,- € / Kinder von 8 bis 14 Jahren 5,- € / Kinder bis 7 Jahre frei / Festivalpass 4,- €

13:00 Romeo und Julia, Regie: Franco Zeffirelli (1968)
Film am Mittag
Kleist-Museum
Eintritt: 6,- € / ermäßigt 4,- € / Festivalpass 3,- €

15:00 Sankt Spiritus – Inspiriert von Kleist und Shakespeare
Präsentation der Schreibwerkstatt von Carmen Winter
Kleist Forum / Studiobühne
Eintritt frei

17:00 + MI 12.10. / 19:30 + DO 13.10. / 10:00
NippleJesus

Schauspiel von Nick Hornby, Regie: Melanie Stein
Modernes Theater Oderland in Kooperation
mit dem Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)
und der Messe und Veranstaltungs GmbH
Kleist Forum / Unterbühne
Eintritt: 14,- € / ermäßigt 12,- € / Festivalpass 7,- € / Familienkarte 28,- €
Ticket kaufen (9.10.) »
Ticket kaufen (12.10.) »
Tickets für den 13.10. ab 30.09.

DI 11.10.

11:00 – 18:00 + MI / 12.10. / 10:00 – 18:00 + DO / 13.10. / 10:00 – 18:00
FR / 14.10. / 10:00 – 12:00
Schlag nach bei Shakespeare… und lies weiter bei Kleist!

Offene Werkstatt zur Shakespeare-Kleist-Ausstellung
Kleist-Museum
Eintritt: 5,- € / ermäßigt 3,- € (inklusive Ausstellungsbesuch)

17:00 Die Familie Schroffenstein – Kleists erstes Drama
Werkeinführung im Kleist-Salon
Kleist-Museum
Eintritt: 5,- € / ermäßigt 3,- €

20:00 Die Familie Schroffenstein
Schauspiel von Heinrich von Kleist, Theater Bremen
Kleist Forum / Großer Saal
Eintritt: 19,- € / ermäßigt 17,- € / Festivalpass 9,50 € / Familienkarte 38,- €
Ticket kaufen »

MI 12.10.

15:30 Der deutsche Shakespeare?
Lehrerfortbildung, Anmeldung per E-Mail notwendig:
Christina Dalchau, E-Mail: dalchau@kleist-museum.de
Kleist-Museum
Eintritt frei

DO 13.10.

19:00 Franziska Ritter liest »Die Verlobung in St. Domingo«
Lesung
Kleist-Museum
Eintritt: 8,- € / ermäßigt 6,- € / Festivalpass 5,- €

FR 14.10.

20:00 Jan Plewka singt Rio Reiser
Konzert
Kleist Forum / Großer Saal
Eintritt: 17,- € / ermäßigt 15,- € / Festivalpass 8,50 € / Familienkarte 34,- €
Im Anschluss an das Konzert Party mit Jan Plewka und Band als DJs im Festivaltreff
Ticket kaufen »

SA 15.10.

19:00 Dieter Mann und Hans-Dieter Schütt: Schöne Vorstellung
Eine Autobiographie in Gesprächen

Lesung
Kleist-Museum
Eintritt: 12,- € / ermäßigt 10,- € / Festivalpass 8,- €

SO 16.10.

11:00 Othello, Regie und Titelrolle: Orson Welles (1952)
Filmfrühstück
Kleist-Museum
Eintritt: 8,- € / ermäßigt 6,- € / Festivalpass 5,- € (inklusive Kaffee und Croissant)

6. - 14. OKT.

Festivaltreff, jeweils im Anschluss an die Vorstellungen
Kleist Forum / Foyer

Download Programmheft 

DO 06.10. / 18 Uhr Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker

thomas-kock.jpg

Eröffnung Kleist-Festtage
Preisverleihung an Thomas Köck

Zum 21. Mal wird der international anerkannte und renommierte Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker gemeinsam durch die Kleiststadt Frankfurt (Oder), die Dramaturgische Gesellschaft Berlin, die Ruhrfestspiele Recklinghausen und die Messe und Veranstaltungs GmbH verliehen.

Der mit 7.500 € dotierte Preis geht 2016 an Thomas Köck für sein Stück paradies fluten, das im Anschluss an die Preisverleihung in der Inszenierung vom Theater Rampe im Kleist Forum zu sehen sein wird.

Thomas Köck, Jahrgang 1986, geboren und aufgewachsen in Oberösterreich, studierte in Wien und Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft, seit 2012 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin mit Aufenthalt am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Förderung erhielt er durch verschiedene Stipendien, darunter das Stipendium des Ingeborg-Bachmann-Preises 2014. Seine Stücke wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis 2013 (jenseits von fukuyama) und dem Stückpreis des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises 2015 (Isabelle H. (geopfert wird immer)). paradies fluten ist der erste Teil der Klimatrilogie, der zweite Teil paradies hungern wurde im Oktober 2015 am Landestheater Marburg uraufgeführt.

In der Spielzeit 2015/16 ist Thomas Köck Hausautor am Nationaltheater Mannheim.

In der Jury-Begründung heißt es: »Thomas Köcks Theatertext paradies fluten ist maßlos in seiner Themenvielfalt und der Bilderflut. Alles dreht sich um den Kapitalismus und den Raubbau an der Natur, selbst wenn es um das Innerste des Familienlebens geht. In bildreichen Variationen umkreist der Autor diese Themen. Formal zeichnet sich das Stück durch seine hohe Musikalität aus, die sich in außergewöhnlicher Weise mit der thematischen Relevanz – einer unserer größten globalen Herausforderungen, dem Klima – verbindet. Abstrakt und konkret zugleich, überzeichnet scharf, grotesk und berührend. In seinem Ideen- und Themenreichtum ist das Stück eine anregende und lustvolle Herausforderung für den Theaterbetrieb.«

Kleist Forum
Eintritt frei

DO 06.10. / 19 Uhr paradies fluten

2016_kft_paradiesfluten2.jpg

Schauspiel von Thomas Köck
Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises
für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2016
Theater Rampe

Im Moment des Ertrinkens rauscht ein letztes Mal die Geschichte vorbei. Nahe und ferne, fast vergessene Erinnerungen an einstige Paradiese, zunächst kolonialisiert, später vom globalen Markt unterspült und mitgerissen, tauchen auf.

Die Indiofrau in Brasiliens Dschungel, allgemeiner Kautschukboom, eine mitteleuropäische Autowerkstatt, das geplante Opernhaus für Manaus sowie andere Utopien, die Kleinfamilie und sogar persönliche Erinnerungen des Vaters – sie werden noch einmal sichtbar, bevor alle endgültig versinken.

Tänzer*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen und Text triften durch eine enorme Flut bis zur völligen Erschöpfung allen Materials und damit bis zum Untergang des globalen Markts selbst.

Theater Rampe und backsteinhaus produktion haben das Treibgut der Flut sorgsam aufgelesen und in einem Museum des Kapitalismus arrangiert. Die Exponate datieren von 1890 bis 2017 und sind das Gedächtnis einer Epoche des Überflusses und Untergangs.

Es spielen:
Sarah Bauerett
Lilly Bendl
Ariel Cohen
Goncalo Cruzinha
Niko Eleftheriadis
Britta Gemmer
Steffi Schadeweg
Isabelle von Gatterburg
Raimund Widra
Andy Zondag

Regie: Marie Bues, Nicki Liszta
Ausstattung: Claudia Irro
Musikalische Leitung: Heiko Giering
Musiker: Georg Bomhard, Thorge Pries
Dramaturgie: Martina Grohmann
Produktionsleitung backsteinhaus produktion:
Isabelle von Gatterburg

Kleist Forum
Eintritt: 19,- € / ermäßigt 17,- € / Festivalpass 9,50 €

Ticket kaufen »

FR 07.10. / 10 Uhr Genie oder nicht Genie … Kleist und die Shakespeare-Rezeption um 1800

5. Wissenschaftliches Kolloquium für
NachwuchswissenschaftlerInnen

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen der Begriff des Genies und die mit ihm verbundenen Konzepte von Autorschaft sowie Bezüge und Anspielungen auf Shakespeare in Kleists Werk.

Spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts galt Shakespeare als Inkarnation eines Genies, das allein aus sich selbst heraus, autonom, ohne Regeln und auf der Grundlage seiner eigensten, »natürlichen« Vermögen schafft. Shakespeare wurde damit der Referenzpunkt der deutschsprachigen Schriftsteller um 1800.

Dies gilt auch und gerade für Heinrich von Kleist. Kleist bezieht sich in seinen Briefen und Werken mehrfach auf Shakespeare und wird von Dritten immer wieder mit Shakespeare verglichen. So kann die Beschäftigung mit Kleist zu einem Teil der Shakespeare-Rezeption um 1800 werden. Diesen Zusammenhängen möchte das Kolloquium nachgehen. Zuhörer sind herzlich will­kommen!

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Anne Fleig (FU Berlin)
Dr. Barbara Gribnitz (Kleist-Museum)

Kleist-Museum
Eintritt frei

FR 7.10. / 20 Uhr Poetry Slam: Dead or Alive

Kampf der Künste

Es geht um nichts Geringeres als um die Dichter-Ehre. Wer hat wahrhaftigere Worte gefunden, genauer beobachtet, treffsicherer formuliert? Wer trägt die Poesie wirkungsvoller, mitreißender, wortgewaltiger vor? Die Schauspieler, die sich für ihnen ans Herz gewachsene verstorbene Poeten ins Zeug legen? Oder doch vielleicht die sehr lebendigen Poetry Slammer, deren Avantgarde sich mit eigenen Texten diesem Wettbewerb stellt?

In Kooperation mit den Kleist-Festtagen präsentiert der Kampf der Künste einen Dead or Alive Poetry Slam der Spitzenklasse! Ganz im Fokus natürlich des besagten großen Dichters werden Schauspieler in die Rollen von Kleist, Shakespeare und vielen anderen schlüpfen.

Eine Schlacht der Worte aus Vergangenheit und Gegenwart – lebende Dichter gegen tote Dichter – Moderne gegen Klassik – Subkultur gegen Hochkultur.

Durch den Abend führt der charmante Conferencier David Friedrich. Für die toten Dichter gehen Mathieu Carrière, Stefan Stern, Diether Jäger und Paco Schwab ins Rennen; Alive wird vertreten von dem Beatbox Poeten Dalibor, dem Kabarettisten Till Reiners, der Lyrikerin Mona Harry und der Storytellerin Sandra Da Vina!

Kleist Forum / Großer Saal
Eintritt: 17,- € / ermäßigt 15,- € / Festivalpass 8,50 € / Familienkarte 34,- €

Ticket kaufen »

SA 8.10. / 20 Uhr Baal von Bertolt Brecht – Thomas Thieme und Sohn

Krankheitsbedingt musste das Konzert von Christian Redl abgesagt werden und stattdessen findet Thomas Thieme und Sohn mit der Konzertanten Lesung:
Baal von Bertolt Brecht
statt.
Tickets behalten ihre Gültigkeit.

baal_web.jpg

Konzertante Lesung
Regie: Julia von Sell
Thomas Thieme, Arthur Thieme (Bass)

Es ist wohl eher selten, dass ein Dichter fünf Fassungen eines Textes veröffentlicht und dass zwischen Fassung vier und fünf fast dreißig Jahre liegen. Einem solchen Ereignis muss man nachspüren.
Bei der Durchsicht seiner frühen Stücke hat Bertolt Brecht in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts versucht, seinem großen Text Baal Weisheit zu verpassen – was immer er damit meinte.
Thomas Thieme hat 1991 am Wiener Burgtheater den Baal gespielt, 2001 hat er am Deutschen Nationaltheater Weimar das Stück inszeniert. Sein Sohn Arthur Thieme spielte in Weimar den Johannes und machte die Musik. Der Stoff begleitet die beiden also schon lange. Warum schreibt ein Großer wie Brecht fünf Fassungen? Was ändert er von Mal zu Mal, was ergänzt er, was lässt er weg? Warum kann er gerade sein Jugendwerk nie loslassen?
Von hinten nach vorn – von Fassung fünf aus – wird der Text in der konzertanten Neuinszenierung untersucht. Nicht philologisch, sondern theatralisch. Kann man die Unterschiede, Änderungen, Zuspitzungen oder Verharmlosungen erlebbar machen? Kann man sinnlich machen, was dem Meister beim Bearbeiten durch den Kopf ging?
Thomas Thieme wird die Texte (konzertant) spielen, Arthur Thieme wird den Rhythmus des Abends mit der Bassgitarre bestimmen. Die dicken Ölfarben bleiben in der Kiste, der Stift und das weiße Blatt Papier sind Arbeitsmaterial. Leicht muss es werden, melancholisch, anarchisch – musikalisch. Denn Brecht ist Musik. Von der Bühne in den Saal und zurück wird gerufen: “Glotzt nicht so romantisch!”

Kleist Forum / Hinterbühne
Eintritt: 17,- € / ermäßigt 15,- € / Festivalpass 8,50 € / Familienkarte 34,- €

Ticket kaufen »

SO 9.10. / 11 Uhr Shakespeare und Kleist: Genie und Nachahmer?

schlegels-hamlet.jpg

Eine Ausstellung des Kleist-Museums
zu den Kleist-Festtagen 2016
Kuratorin: Dr. Barbara Gribnitz

»unser Nachahmer Shakespear‘s« nannte ein Rezensent des Dramas Die Familie Schroffenstein dessen Verfasser Heinrich von Kleist. Die »zugleich zarte und ungestüme Gluth eines echten Shakespearschen Pinsels« im Käthchen von Heilbronn bescheinigte ihm ein anderer. Verhielten sich Shakespeare und Kleist wirklich wie Genie und Nachahmer zueinander? Dieser Frage wird die Ausstellung in drei Aspekten nachgehen.

Zunächst stehen Shakespeares Romeo und Julia und Kleists Die Familie Schroffenstein im Mittelpunkt. Beiden Texten liegt das Motiv der verfeindeten Familien zugrunde, der Vergleich wird auf der Ebene der Bühnen­praxis geschehen: Wie werden verfeindete Familien auf dem Theater dargestellt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen Bühnenbilder oder Kostüme erkennen?

Als Beispiele dienen Modelle, Szenenfotos und Mitschnitte der Schroffenstein-Inszenierung Michael Funkes (1990) und die Romeo/Julia-Inszenierung (1994), beide am Frankfurter Kleist-Theater.

Der zweite Komplex beschäftigt sich mit Kleists Shakespeare-Rezeption. In den Briefen finden sich Anspielungen u. a. auf die Dramen Julius Caesar, Richard II. und mehrmals auf Hamlet. Hamlet zitierte Kleist in einer Art Geistesverwandtschaft zur Beschreibung einer Schreibunlust und des Entschlusses, aus dem Leben zu scheiden.

Doch welche Übersetzung las Kleist? Die Prosaübertragung Wielands? Johann Joachim Eschenburgs wortgetreue, wissenschaftlich kommentierte Ausgabe? Oder vielleicht erst August Wilhelm Schlegels Übersetzung in Blankversen? Die Gegenüberstellung der Briefzitate mit den Passagen aus den verschiedenen Übersetzungen soll sich einer Antwort nähern. Als ‚Highlight‘ präsentieren wir das Schlegelsche Manuskript der Hamletübersetzung.

Ein dritter Komplex fokussiert Beispiele von Shakespeare-Referenzen aus Kleists Zeitschriften Phöbus und Berliner Abendblätter.

Die Ausstellungsgestaltung nimmt die Frage nach Genie und Nachahmer im spielerischen Vergleich zwischen Original und Reproduktion auf.

Kuratorinnenführungen zu den Kleist-Festtagen:
11.10., 10:00 und 16:00 +  14.10. / 13:00 + 16.10. / 10:00

Eintritt zur Vernissage frei
Ausstellungsdauer: 9. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017
Di bis So / 10:00 bis 18:00
Kleist-Museum

SO 9.10. / 12 Uhr »Geselliges Vergnügen, munteres Gespräch muß einem Festmahl Würze geben.« Macbeth III,8

Mittagsimbiss

Zur Stärkung zwischen Vernissage und Film am Mittag laden wir zu einem kleinen Mittagsimbiss ein, der durch die angeregten Gespräche und die vergnügte Geselligkeit zu einem Festmahl werden wird, sind doch die Gastgeber aufmerksamer als Shakespeares Titelheld und beherzigen die Mahnung der Lady Macbeth:

»Das reichste Mahl ist freudenleer, wenn nicht Des Wirthes Zuspruch und Geschäftigkeit Den Gästen zeigt, daß sie willkommen sind. Satt essen kann ein Jeglicher zu Hause; Geselliges Vergnügen, munteres Gespräch muß einem Festmahl Würze geben.«

Kleist-Museum
Eintritt: 7,- € / Kinder von 8 bis 14 Jahren 5,- € / Kinder bis 7 Jahre frei / Festivalpass 4,- €

SO 9.10. / 13 Uhr Romeo und Julia

Film am Mittag
Regie: Franco Zeffirelli (1968)

Shakespeares unsterbliches Liebesdrama in einer meisterlichen Verfilmung. Dem ausgewiesenen Theater- und Opernspezialisten Franco Zeffirelli gelang 1968 ein Coup: Publikum und Kritik waren gleichermaßen hingerissen von seiner filmischen Umsetzung des Shakespearschen Dramas. Großen Anteil an diesem Erfolg hatte das Spiel der erst 16 und 17 Jahre alten Hauptdarsteller: Olivia Hussey und Leonard Whiting hauchten mit ihrem glänzenden Spiel dem Theaterklassiker ganz neues Leben ein. Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: »Shakespeares Bühnenwerk in einer Filmfassung, die das Liebesdrama und seine tragische Einbettung in die alte Familienfehde kraftvoll und modern interpretiert und die Szenerie in schauprächtige Bildkompositionen auffächert.«

Kleist-Museum
Eintritt: 6,- € / ermäßigt 4,- € / Festivalpass 3,- €

herz.jpg

SO 9.10. / 15 Uhr Sankt Spiritus – Inspiriert von Kleist und Shakespeare

Lesung
Präsentation der Schreibwerkstatt von Carmen Winter

Was geschieht, wenn Texte, inspiriert von Shakespeare und Kleist, im 21. Jahrhundert neu geschrieben werden? Wie hört sich das an? Was bleibt? Was geht? Und was verbindet uns mit diesen Dichtern heute? Mögliche Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefern die Texte der Teilnehmer aus Carmen Winters Schreibwerkstatt. Erwachsene und Schüler haben sich im September intensiv mit den beiden großen europäischen Dichtern auseinandergesetzt, um ihre ganz eigenen Werke zu schaffen. Auf der Barockbühne im Kleist Forum werden sie nun erstmals von den Autorinnen und Autoren selbst vorgetragen. Ein Nachmittag voller Entdeckungen.

Kleist Forum / Studiobühne
Eintritt frei

hand.jpg

SO 9.10. / 17 Uhr + MI 12.10. / 19:30 Uhr + DO 13.10. / 10 Uhr
NippleJesus

nipplejesus_web1.jpg

Schauspiel von Nick Hornby
Modernes Theater Oderland in Kooperation
mit dem Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)
und der Messe und Veranstaltungs GmbH
Regie: Melanie Stein

»Hier ist ihr Platz, sagte sie. Passen sie auf. Wir rechnen mit massiven Problemen.
Und dann ging sie.«

Gute Kunst will bewacht sein, vor allem wenn sie so skandalträchtig ist wie die porno-graphische Darstellung des zentralen christlichen Motivs. NippleJesus heißt das Kunstwerk, das David, ehemaliger Rausschmeißer eines Clubs, bewachen soll. Es ist mit Abstand betrachtet eine ganz normale Abbildung eines Kruzifixes – aus der Nähe eine Collage, zusammengesetzt aus Brustwarzen, herausgeschnitten aus Pornoheften. Für David ein schmutziger Job. Nach einer persönlichen Begegnung mit der Künstlerin verteidigt er ihr skandalöses Kunstwerk. Er wird zu dessen Anwalt, sowohl gegen das Urteil seiner Frau, wie auch gegen die Hetzkampagne von Politik, Medien und religiösen Fundamentalisten. David sieht seine Aufgabe darin, das Kunstwerk vor seinen Angreifern zu schützen und die Betrachter vor näherem Hinsehen zu bewahren. Unwissend ist er jedoch dem vernichtenden Konzept der Künstlerin ausgeliefert, dem auch das Kunstwerk zum Opfer fallen wird …

NippleJesus ist eine Geschichte über Kunst und Kommunikation – über Auf- und Absicht, das Verstehen von Kunst und den subjektiven Blick, den wir pflegen müssen.

Es spielt:
Stefan Stern

Kleist Forum / Unterbühne
Eintritt: 14,- € / ermäßigt 12,- € / Festivalpass 7,- € / Familienkarte 28,- €

Ticket kaufen (9.10.) »
Ticket kaufen (12.10.) »
Tickets für den 13.10. ab 30.09.

DI 11.10. - FR 14.10. Schlag nach bei Shakespeare … und lies weiter bei Kleist!

Offene Werkstatt zur Shakespeare-Kleist-Ausstellung

Bühnenbildmodelle, Kostüm- und Inszenierungsfotos, Theatermitschnitte, Übersetzungsvergleiche, Handschriften … die Sonderausstellung zu Kleist und Shakes­peare inspiriert zum Weiterlesen, Hören, Sehen und vielleicht auch dazu, selbst zur Feder, zum Stift, zum Pinsel zu greifen. In mehreren Stationen lädt die offene Werkstatt dazu ein, sich individuell intensiver mit einzelnen Aspekten der Ausstellung zu beschäftigen, Anregungen künstlerisch zu verarbeiten, Texte, Bilder, kleine Installationen herzustellen oder die anderer Gäste zu bewundern. Am Dienstag laden wir um 11 Uhr zur Eröffnung der Werkstatt ein, bereits 10 Uhr findet eine Kuratorinnenführung statt, die Inspirationen wecken wird. Und am Freitag fällt um 13 Uhr der letzte Vorhang, noch bis 12 Uhr ist Gelegenheit, eigene Kreationen zur Werkstattausstellung beizusteuern.

DI 11.10. / 11:00 – 18:00
MI 12.10. / 10:00 – 18:00
DO 13.10. / 10:00 – 18:00
FR 14.10. / 10:00 – 12:00
Kleist-Museum
Eintritt: 5,- € / ermäßigt 3,- € (inklusive Ausstellungsbesuch)

DI 11.10. / 17 Uhr Die Familie Schroffenstein – Kleists erstes Drama

Werkeinführung im Kleist-Salon

In einem »Extra-Salon« lädt Barbara Gribnitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kleist-Museum und Kuratorin der Ausstellung zu Kleist und Shakespeare ein, Kleists erstes Drama näher kennenzulernen. Was sind die zentralen Konflikte? Wer sind die Protagonisten? Was meinte Kleist zu seinem »Erstling« und wie urteilte die zeitgenössische Kritik? Und was verbindet die Familie Schroffenstein mit den Familien Montague und Capulet? Die Salonbesucherinnen und -besucher sind bestens vorbereitet für die abendliche Theater­vorstellung im Kleist-Forum.

Kleist-Museum
Eintritt: 5,- € / ermäßigt 3,- €

paar.jpg

DI 11.10. / 20 Uhr Die Familie Schroffenstein

2016_kft_schroffenstein.jpg

Schauspiel von Heinrich von Kleist
Theater Bremen

»Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.« (Albert Einstein) — Graf Rupert von Schroffensteins jüngster Sohn wird tot im Wald aufgefunden. Die Umstände scheinen verdächtig, der Schluss zwingend: Es handelt sich um kaltblütigen Mord, aus Habgier verübt durch Ruperts Vetter Sylvester. Seit langem schon sind die Familien der Vetter von Schroffenstein durch einen Erbvertrag entzweit. Stirbt eine der Erblinien aus, geht ihr Besitz automatisch an den anderen Familienzweig über. Graf Rupert ist überzeugt, Sylvester hat seinen Sohn erschlagen, um auf diese Weise in den Besitz des Familienerbes zu gelangen. Am Grab schwört er blutige Rache. Was folgt, ist eine Spirale der Gewalt, die zum Tod der eigenen Kinder führt. Kleist beschreibt wortgewaltig das Misslingen einer Verständigung und setzt an dessen Stelle die Logik und Dynamik einer Kriegsrhetorik, die durch Vorurteile und Ängste genährt wird. Die durchaus komischen Elemente der Kleistschen Tragödie, die durch die konsequente Überspitzung der Ereignisse entsteht, erinnern an den Humor der Filme Quentin Tarantinos.

Es spielen:
Siegfried W. Maschek
Verena Reichhardt
Justus Ritter
Christoph Vetter
Alexander Swoboda
Nadine Geyersbach
Lina Hoppe
Simon Zigah
Benjamin Nowitzky
Meret Mundwiler

Regie: Alexander Riemenschneider
Bühne: Eva Veronica Born
Kostüme: Anna Sophia Röpcke
Musik: Tobias Vethake
Licht: Christian Kemmetmüller
Dramaturgie: Sabrina Bohl

Kleist Forum / Großer Saal
Eintritt: 19,- € / ermäßigt 17,- € / Festivalpass 9,50 € / Familienkarte 38,- €

Ticket kaufen »

MI 12.10. / 15:30 Uhr Der deutsche Shakespeare?

Lehrerfortbildung

Anmeldung per E-Mail notwendig:
Christina Dalchau, E-Mail: dalchau@kleist-museum.de

Nach einem Rundgang durch die Sonderausstellung »Shakespeare und Kleist: Genie und Nachahmer?« laden wir zu einem vertiefenden Seminar ein. Gemeinsam mit der Museumspädagogin Christina Dalchau gibt die Kuratorin Barbara Gribnitz praktikable Anregungen zur Einbindung der Exposition in den Deutsch- und Englisch­unterricht. Diskutiert wird u. a. über Shakespeare als »dritten Klassiker der deutschen Literatur« und Problemfelder der Übersetzungen.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem LISUM statt und wird für Deutsch- und Englischlehrer angeboten.

Kleist-Museum
Eintritt frei

lese.jpg

DO 13.10. / 19 Uhr Franziska Ritter liest »Die Verlobung in St. Domingo«

ritter.jpg

Lesung mit Franziska Ritter

Misstrauen ist ein zentrales Element in Heinrich von Kleists Werk. In seiner Erzählung Die Verlobung in St. Domingo führen Lüge und Intrige auf der einen Seite und mangelndes Vertrauen auf der anderen zur Katastrophe.

Die Berliner Regisseurin und Theaterschauspielerin Franziska Ritter, langjähriges Ensemblemitglied am Theater an der Parkaue, liest Kleists Erzählung, deren Entstehung sich möglicherweise seiner Gefangenschaft 1807 auf dem Fort de Joux in Frankreich verdankt. Ebendort war 1804 der ehemalige schwarze Sklave und Führer der haitianischen Erhebung von 1791, Toussaint l‘Ouverture, gestorben, dessen Lebensgeschichte vielleicht Anregung für Kleists Schreiben war.

Die Novelle erschien unter dem Titel Die Verlobung erstmals im Frühjahr 1811 in Fortsetzungen in der Berliner Zeitschrift Der Freimüthige und wurde ohne Überarbeitung, aber mit erweitertem Titel im zweiten Band der Kleistschen Erzählungen 1811 abgedruckt. Als »ein Prachtstück von Erzählkunst« bezeichnete Thomas Mann die Verlobung und schrieb 1954 im Vorwort zu einer amerikanischen Ausgabe: »Es geht tumultös, immer lebensgefährlich und schließlich mörderisch und selbstmörderisch zu […] diese Geschichte einer nicht bestandenen Vertrauensprüfung ist tragisch ergreifend«.

Kleist-Museum
Eintritt: 8,- € / ermäßigt 6,- € / Festivalpass 5,- €

FR 14.10. / 20 Uhr Jan Plewka singt Rio Reiser

2016_kft_plewka.jpg

Konzert
Jan Plewka (Gesang)
Lieven Brunckhorst (Klavier, Holz, Blech)
Marco Schmedtje (Gitarre)
Dirk Ritz (Bass)
Martin Engelbach (Schlagzeug)

Sommer 1970: Rio Reiser singt »Macht kaputt, was Euch kaputt macht« – die Geburtsstunde der Polit- und Kultrockband Ton Steine Scherben. Wie keine andere deutsche Band drücken die Scherben das Lebensgefühl ihrer Generation aus. Doch Rio Reiser ist auch ein charismatischer Einzelgänger. Als sich die Band 1985 trennt, beginnt Rio seine Solokarriere. Hinter dem Polit-Rocker kommt der romantische Träumer zum Vorschein, der in seinen Liedern der Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe Ausdruck gibt.

Jan Plewka und die Schwarz-Rote Heilsarmee stellen diesen verletzlichen Rio ins Zentrum ihres Abends. Und wenn sie die Lieder des ehemaligen Königs von Deutschland spielen wie etwa Halt Dich an Deiner Liebe fest, Alles Lüge, Junimond oder Für immer Dich, dann geht das über ein bloßes Rockkonzert weit hinaus. Denn Jan Plewka, der Frontmann von Selig, ist an diesem Abend Sänger, Musiker und Schauspieler zugleich. Er ist ganz dicht bei seinem Idol und bleibt doch immer er selbst. Und das Publikum ist fassungslos, begeistert, berührt. Es erliegt seiner Stimme und seinem Charme gleichermaßen. So ist Jan Plewka singt Rio Reiser in Hamburg bereits Kult reinsten Wassers und die Vorstellungen in der Regel schon Wochen vorher ausverkauft. »Wer vor Glück heulen möchte«, schrieb zur Premiere das Hamburger Abendblatt, »muss sich diesen Abend anschauen.«

Kleist Forum / Großer Saal
Eintritt: 17,- € / ermäßigt 15,- € / Festivalpass 8,50 € / Familienkarte 34,- €

Ticket kaufen »

IM ANSCHLUSS AN DAS KONZERT: PARTY IM FESTIVALTREFF
MIT JAN PLEWKA UND FREUNDEN ALS DJS

SA 15.10. / 19 Uhr Dieter Mann und Hans-Dieter Schütt: Schöne Vorstellung

dietermann1.jpg

Eine Autobiographie in Gesprächen
Lesung

Weit über vierzig Jahre war Dieter Mann prägender Schauspieler am Deutschen Theater Berlin, von 1984 bis 1991 auch Intendant des legendären Hauses. Er war Plenzdorfs Wibeau, Lessings Tempelherr, Goethes Clavigo, Shakespeares Ariel, Hauptmanns Wehrhahn, Botho Strauß‘ Odysseus – und, und, und. In Manns Leben gingen Lust und Last eine zerrende Balance ein: der Arbeiter als Künstler und der Künstler als Arbeiter. Der Berliner, ein Acht-Klassen-Schüler, hatte Dreher gelernt, ging zur Arbeiter-und-Bauern-Fakultät und eroberte Bühnen ebenso wie Leinwände. Dieter Mann erinnert sich an seine Theaterarbeit, an Begegnungen mit großen Kollegen, an Kollisionen, etwa mit der Zensur, an Erfolge und Misserfolge.

In seinen Gesprächen mit Hans-Dieter Schütt lässt Dieter Mann ein halbes Jahrhundert Theatergeschichte Revue passieren – hochintelligent, unterhaltsam und beglückend.

Kleist-Museum
Eintritt: 12,- € / ermäßigt 10,- € / Festivalpass 8,- €

SO 16.10. / 11 Uhr Othello

Filmfrühstück
Regie und Titelrolle: Orson Welles (1952)

Gespenstisch langsam bewegt sich ein Leichenzug. Während Othello und Desdemona aufgebahrt zu ihrem Grab getragen werden, wird ein Mann in einen Käfig gesperrt und an einer Mauer hochgezogen. Das furchteinflößende Szenario markiert das Ende einer Kette von tragischen Ereignissen …

Vier Jahre hat der legendäre Kinogigant Orson Welles an dieser Verfilmung von Shakespeares Klassiker um Liebe, Intrige, Eifersucht, Verdächtigungen, Verrat und Raserei gearbeitet. Er adaptierte das Drehbuch, führte Regie, spielte die Titelrolle und produzierte den Film auch selbst.

1952 wurde der Film zum Abschluss des Wettbewerbs in Cannes gezeigt und errang die »Goldene Palme«. »Der Film kam erstmals 1955 in die deutschen Kinos; die 1991 in England rekonstruierte, musikalisch bearbeitete Fassung ermöglicht die faszinierende Wiederbegegnung mit einem Klassiker: Welles verdichtet die Geschichte zu einem expressionistischen Licht- und Schattenspiel um den archaischen Kampf von Gut und Böse.« (Lexikon des Internationalen Films)

Kleist-Museum
Eintritt: 8,- € / ermäßigt 6,- € / Festivalpass 5,- €
(inklusive Kaffee und Croissant)

 
 
Veranstalter
Messe und Veranstaltungs GmbH - Partner der Kleist Festtage 2011 Kleist-Museum - Partner der Kleist Festtage 2011
Medienpartner
antenne brandenburg - Partner der Kleist Festtage 2011 radioeins - Partner der Kleist Festtage 2010
Partner & Förderer
Frankfurt (Oder) Sparkasse Oder-Spree Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) BMW Autohaus Bothe Brauhaus Frankfurt (Oder)