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Der Vorverkauf beginnt am 7. August 2017.

PROGRAMMÜBERSICHT KLEIST-FESTTAGE 2017

DO 05.10.

18:30 ERÖFFNUNG DER KLEIST-FESTTAGE
Verleihung Kleist-Förderpreis junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2017
Preisverleihung an Franziska vom Heede
Kleist Forum / Foyer
Eintritt frei
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19:30 TOD FÜR EINS ACHTZIG GELD
Schauspiel von Franziska vom Heede
Kleist-Förderpreisstück 2017
Schauspiel Hannover
Kleist Forum, Hinterbühne
Eintritt: 20,- € / ermäßigt 18,- € / Festivalpass 10,- €
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Im Anschluss: Festivaltreff
Kleist Forum / Foyer

FR 06.10.

20:00 BEST OF POETRY SLAM – WAS GLAUBST DU?
präsentiert von Kampf der Künste
Kleist Forum
Tickets: 17,- / 15,- / 10,- € (Kinder und Jugendliche) / 34,- € (Familienticket) / 8,50 € mit Festivalpass
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Im Anschluss: Konzert im Festivaltreff: Der Internationale Wettbewerb
Kleist Forum, Foyer

SA 07.10.

17:00 WORTE, WORTE, NICHTS ALS WORTE.
WORTGESCHICHTEN VON LUTHER UND KLEIST

Vernissage der Sonder-Ausstellung
Kleist-Museum
Eintritt zur Vernissage frei
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19:30 STUMMFILMKONZERT: LUTHER
mit Stephan Graf von Bothmer
Konzerthalle »C. P. E. Bach«
Tickets: 12,- / 10,- / 24,- € (Familienticket) / 6,- € mit Festivalpass
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Im Anschluss: Live-Musik mit Stephan Graf von Bothmer „The piano has been drinking“
Foyer der Konzerthalle

SO 08.10.

09:30 HANS MICHAEL KOHLHAASE.
Die Bustour zu den Kleist-Festtagen
Treffpunkt Kleist-Museum
Tickets inklusive Verpflegung: 25,- / 20,- € / 40,- € (Familienticket)
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17:00 DAS LEBEN DES GALILEI
Konzertante Lesung mit Thomas und Arthur Thieme
Kleist Forum, Foyer
Tickets: 17,- / 15,- € / 8,50 € mit Festivalpass
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Im Anschluss: Festivaltreff mit Weinlounge
Kleist Forum, Foyer / Wandelhalle

MO 09.10.

17:00 ES WACHSEN FLÜGEL
Eine theatrale Begegnung mit Kleist
Kleist-Museum
Tickets: 5,- / 3,- €
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20:00 BARTHOLOMÄUS-NÄCHTE
Filmnacht u. a. mit dem französischen Film Die Bartholomäusnacht von Patrice Chéreau (1994)
Kleist-Museum
Tickets: 8,- / 6,- € / 4,- € mit Festivalpass
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DI 10.10. – FR 13.10.

09:00 und 10:00 SPRACH|GE|WALT|TÄ|TIG
Werkstatt zur Ausstellung (für Schulklassen)
Kleist-Museum
Tickets: 1,- € pro Schüler
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DI 10.10.

17:00 BIBELFEST. LUTHERS DEUTSCH
Salon Kleist
Kleist-Museum
Tickets: 5,- / 3,- €
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20:00 DIE GEWALT DER MUSIK
Jörg Gudzuhn liest Die heilige Cäcilie
Kleist-Museum
Tickets: 10,- / 8,- € / 5,- € mit Festivalpass
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MI 11.10.

15:30 LÄSTERLIPPE & GEHIRNVERRÜCKUNG:
SPRACHGEWALT BEI LUTHER UND KLEIST

Lehrerfortbildung
Kleist-Museum
Eintritt frei
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19:30 DER ZERBROCHENE KRUG
Schauspiel von Heinrich von Kleist, Nationaltheater Weimar
Kleist Forum
Tickets: 20,- / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass
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Im Anschluss: Festivaltreff
Kleist Forum, Foyer / Wandelhalle

DO 12.10.

19:30 OGODD-OGOTT !
Musik-Comedy-Show mit Jan Christof Scheibe
Kleist Forum, Studiobühne
Tickets: 20,- / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass
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Im Anschluss: Festivaltreff
Kleist Forum, Foyer / Wandelhalle

FR 13.10.

19:30 PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG
Schauspiel von Heinrich von Kleist, Hans Otto Theater Potsdam
Kleist Forum
Tickets: 20,- / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass
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Im Anschluss: Festivaltreff mit Special Guest
Kleist Forum, Foyer / Wandelhalle

SA 14.10.

19:30 ME AND THE DEVIL
Eine teuflische Revue mit Dominique Horwitz
Kleist Forum
Tickets: 25,- / 23,- € / 12,50 € mit Festivalpass
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Im Anschluss: Festivaltreff mit DJ MARK UCKER
Teuflisches und Himmlisches bei der Aftershow-Party

Kleist Forum, Foyer

SO 15.10.

11:00 EINER TRAGE DES ANDEREN LAST
Filmfrühstück
Kleist-Museum
Tickets: 8,- / 6,- € / 4,- € mit Festivalpass
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15:00 MICHAEL KOHLHAAS
Lesung der Frankfurter Bürgerschaft
Abschlussveranstaltung der Kleist-Festtage 2017
St.-Gertraud-Kirche
Eintritt frei
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05. – 15.10.

Festivaltreff
Kleist Forum / Foyer und Wandelhalle
jeweils im Anschluss an die Vorstellungen

Der Festivaltreff im Kleist Forum ist der perfekte Ort, den Abend ausklingen zu lassen. Bei einem kühlen Bier, einem schönen Glas Wein und Snacks können sie Künstler treffen und sich mit ihren Freunden verabreden, sich austauschen oder einfach nur feiern.

Eintritt frei

Download Programmheft

DO 05.10. / 18:30 KLEIST-FÖRDERPREIS FÜR JUNGE DRAMATIKERINNEN UND DRAMATIKER

01_Franziska-vom-Heede

Eröffnung der Kleist-Festtage
Preisverleihung an Franziska vom Heede

Zum 22. Mal wird der international anerkannte und renommierte Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker gemeinsam durch die Kleiststadt Frankfurt (Oder), die Dramaturgische Gesellschaft Berlin, die Ruhrfestspiele Recklinghausen und die Messe und Veranstaltungs gmbH verliehen.

Der mit 7.500 € dotierte Preis geht 2017 an Franziska vom Heede für ihr stück Tod für Eins Achtzig Geld, das im Anschluss an die Preisverleihung in der Inszenierung vom Schauspiel Hannover im Kleist Forum zu sehen sein wird.

Franziska vom Heede wurde 1991 in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Nordheide auf und begann mit 14 Jahren in der Schreibklasse des Deutschen Schauspielhauses Hamburg fürs Theater zu schreiben. 2010 war sie die deutsche Delegierte beim International Young Playwrights Festival of Interplay Europe in Izmir. Sie studierte Theaterwissenschaft in Berlin und seit 2014 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr Stück Heizdeckenland Du wurde im Februar 2016 in einer Werkstattinszenierung beim Wildwuchs Festival des Hans Otto Theaters Potsdam gezeigt.

In der Jury-Begründung heißt es: »Phantasievoll und überraschend setzt sich Franziska vom Heede in ihrem Stück mit Verwertungsprinzipien und Überlebensstrategien auseinander. Ihr gelingt es, mit splitterhaften Szenen, die kaleidoskopartig ineinander greifen, eine ganz eigenartige Welt zu schaffen – skurril und ernsthaft zugleich. In den teilweise absurden, großen Sprachbildern spielt ein Supermarkt die zentrale Rolle als Ort des Geschehens und als Parabel einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft. An ihm arbeiten sich die handelnden Personen ab, stets auf der Suche nach Geborgenheit, echten Gefühlen und Wahrhaftigkeit. Die Grenzen von virtuellen Welten, medialer Wirklichkeit und echtem Leben verschmilzt die Autorin virtuos zu einem großen Ganzen. Ihre vier Protagonisten im Alter zwischen 24 und 30 stehen für eine Generation, die als Glückritter in einer übermedialisierten Gesellschaft das wahre Ich finden wollen.«

Kleist Forum / Foyer
Eintritt frei

DO 05.10. / 19:30 TOD FÜR EINS ACHTZIG GELD

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VERWERTUNGSPRINZIPIEN / ÜBERLEBENSSTRATEGIEN

Schauspiel von Franziska vom Heede
Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises 2017
Schauspiel Hannover

Opa liegt im Sterben. Und in einem Einkaufswagen. Die Enkelin hat ihn aus dem Pflegeheim geklaut. Bevor der Krach anfängt und die Familienbande sich auf der Ziellinie von Opas Leben noch um dessen Liebe streitet. Denn es geht hier ums Gewinnen, um die Außendarstellung der Gefühle und selbstverständlich auch um Profit. Der Einkaufswagen mit Opa steht dort, wo sich der Flaschenpfandautomat befand. Eine Clique von ewig jugendlichen Gescheiterten – alle Cousins und Cousinen! – wollte aus dem Supermarkt eine Event-Location machen. »Etwas, was man an einem Ort nicht macht – das wird uns alle noch befreien.« Hat aber nicht funktioniert. Party aus, Spaß vorbei, Geld weg. Nichts mehr da, das als Verhandlungsmasse dienen konnte. Außer dem Sterbenden und einer tollkühnen Geschäftsidee, aus der Verzweiflung geboren: Warum soll Zurschaustellung der Liebe kein Preisschild tragen? Das ist doch Kapital, das bietet ein Maximum an Selbstdarstellung durch Nächstenliebe. Versteigerung im Netz! Wer den Opa auf seine letzten Tage pflegen darf, entscheidet das Höchstgebot.

»Das Wuchernde des Stücktextes hat Regisseur Nick Hartnagel und Bühnenbildnerin Tine Becker zu einer fast schon genial zu nennenden Raumlösung inspiriert.« — nachtkritik.de

mit:
Maximilian Grünewald
Sophie Krauß
Wolf List
Christoph Müller
Klara Deutschmann
Bardo Böhlefeld

Regie: Nick Hartnagel
Bühne und Kostüm: Tine Becker
Musik: Lukas Lonski
Video: Joscha Sliwinski

Kleist Forum / Hinterbühne
Tickets: 20,- / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass

FR 06.10. / 20:00 BEST OF POETRY SLAM – WAS GLAUBST DU?

03_Poetry_Slam

präsentiert von Kampf der Künste

In Kooperation mit den Kleist-Festtagen präsentiert Kampf der Künste wieder einmal eine grandiose Poetry Slam Show im Kleist Forum!

Getreu dem Motto des diesjährigen Festivals HIER WAR LUTHER NIE. GLAUBENSFRAGEN haben wir unsere Poet*innen gefragt: »Was glaubt ihr? Glaubt ihr? Glaubt ihr an Gott? Glaubt ihr wirklich, dass Timo, euer Mitbewohner, den Joghurt aus dem Kühlschrank geklaut hat? Glaubt ihr, dass mir dieses Jackett steht?« Glaube kann so vieles sein. Und darauf suchen unsere Slammer*innen eine Antwort. Ist Glaube mehr als Sinnkrise und Kirchengang? Kann Glaube nicht auch schon ein hoffnungsvoller Blick auf den Kontostand sein?

Im Rahmen eines Best of Poetry Slams treten vier der erfolgreichsten Slam Poet*innen Deutschlands gegeneinander an, um diese Fragen zu klären. Mal ernst, mal lustig, mal nachdenklich, mal flüsternd und kritisch, mal pro und laut! Aus Köln kommt der gebürtige Paderborner Sulaiman Masomi, seit Jahren zählt er zu den besten Textern der Poetry Slam Szene und er hat einige der größten Slam-Hits überhaupt geschrieben. Ebenfalls ein Kölner Bursche ist der Stand Up Comedian und Rapper Quichotte, der zwischen Klamauk und nachdenk-lichen Reimen wechselt. Außerdem im Line Up: die NRW Meisterin im Poetry Slam, Sandra Da Vina, welche durch ihre knallharten Gags überzeugt! Und auch international treten wir auf, aus Zürich kommt sie extra nach Frankfurt gejettet: die unfassbare Fatima Moumouni!

Moderiert wird der Abend vom Star-Slammer und Conférencier David Friedrich.

Kleist Forum
Tickets: 17,- / 15,- / 10,- € (Kinder und Jugendliche) / 34,- € (Familienticket) / 8,50 € mit Festivalpass

Im Anschluss: Live-Musik im Festivaltreff: Der internationale Wettbewerb

SA 07.10. / 17:00 WORTE, WORTE, NICHTS ALS WORTE. WORTGESCHICHTEN VON LUTHER UND KLEIST

04_Ausstellung_Kleist-Museum

Vernissage der Sonder-Ausstellung des Kleist-Museums

Ausstellungsdauer: 8.10.2017 – 14.1. 2018
DI – SO / 10:00 – 18:00

Martin Luthers Werke stehen am Beginn der Entwicklung einer überregionalen deutschen Schriftsprache. Dieser Prozess wurde erst in Heinrich von Kleists Schaffenszeit abgeschlossen. Luthers Sprachmächtigkeit errichtete der deutschen Sprache ein reiches Fundament an Wörtern, Bildern und Stilelementen, das, wie Jacob Grimm schrieb, um 1800 »endlich blüthen neuer Poesie« hervorbringen konnte.
In diesem Sinne fahndet die Ausstellung nach Spuren der Luthersprache in Kleists Texten. Beispielsweise greift der Untertitel des Dramas Das Käthchen von Heilbronn Luthers Wortschöpfung FEUERPROBE auf, und in den Erzählungen Michael Kohlhaas und Der Zweikampf findet sich die veraltete Bezeichnung REISIGER, die nur noch über die Lutherbibel transportiert wurde. Auch Klang und Funktion der Kleistschen Erzählerformel »nun traf es sich« stellen eine Verbindung zum biblischen ES BEGAB SICH ABER her. Deutliche Parallelen lassen sich zudem zwischen Luthers hörerbezogener Zeichensetzung und Kleists grammatikalisch regelwidriger Kommasetzung ziehen.
Über Kleist hinaus, der als Verbindungsglied zwischen Neuzeit und Moderne fungiert, verfolgt ein Seitenblick den Weg der Lutherworte in unsere heutige Sprachpraxis: Welchen Veränderungen ist Sprache ausgesetzt? Wie hängen Macht und Sprache zusammen? Welche aktuellen Entwicklungen lassen sich erkennen?
Die Ausstellung umfasst eine komplexe Rauminstal-lation, die den Besucher*innen ein spielerisches Entdecken der lutherischen Sprache und eine interaktive Suche in den Texten erlaubt.

Kuratorin: Barbara Gribnitz
Gestaltung: panatom, Berlin

Kleist-Museum

Kuratorinnenführungen zu den Kleist-Festtagen:
DI / 10.10. / 16:00 | DO / 12.10. / 16:00 | SA / 14.10. / 16:00

Die Ausstellung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Eintritt zur Vernissage frei
Eintritt: 5,- / 3,- €

SA 07.10. / 19:30 STUMMFILMKONZERT: LUTHER

05_LUTHER_Stummfilmkonzert

Stephan Graf von Bothmer (Orgel und Moderation)
Historienfilm (D 1927, Regie: Hans Kyser)

Vor dem Altar steht eine Leinwand. An der Orgel sitzt Stephan Graf von Bothmer. Musik und Film entspinnen ein Abenteuer durch längst vergessene Emotionen. So intensiv wie selten in einem Konzert. Der Komponist und Pianist Stephan Graf v0n Bothmer hat eine neue packende Filmmusik zum Stummfilm Luther (1927) komponiert, welche die erhabenen Szenen strahlen lässt, aber auch die tiefen Momente auslotet. Der Film wurde in langjähriger Arbeit vom Bundesarchiv-Filmarchiv aufwendig rekonstruiert und restauriert, so dass insbesondere die wunderbaren Licht-Schatten-Wirkungen erstmalig wieder erlebbar sind.

Luther erzählt das Leben des Reformators aus der Perspektive von 1927: Studienzeit, wilde Phantasmen und Obsessionen, sein Leben als Mönch, die Konfrontation mit dem Ablasshandel, das Anschlagen der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg, der Reichstag zu Worms. Luther, der nicht widerruft, Bannbulle des Papstes, dramatische Flucht auf die Wartburg.

Hans Kyser arbeitete mit den Besten der Zeit zusammen und schrieb auch das Drehbuch zu F. W. Murnaus Faust. Luther ist seine einzige Regiearbeit. In einer filmtechnisch minutiös rekonstruierten Fassung und mit der Musik von Stephan Graf von Bothmer wird das fast vergessene Werk als faszinierendes Live-Erlebnis bei den Kleist-Festtagen präsentiert.

Konzerthalle »C. P. E. Bach«
Tickets: 12,- / 10,- / 24,- € (Familienticket) / 6,- € mit Festivalpass

SO 08.10. / 09:30 HANS MICHAEL KOHLHAASE.

06_Hans-Kohlhas-Rosskamm_Flugblatt

Die Bustour zu den Kleist-Festtagen

Treffpunkt Kleist-Museum

Kleists wohl bekannteste Erzählung Michael Kohlhaas gründet auf einem historischen Vorbild: Hans Kohlhase, vermutlich geboren in Tempelberg, Kaufmann in Cölln, hingerichtet 1540 in Berlin.
Die Bustour zu den Kleist-Festtagen folgt den Spuren der historischen und der fiktiven Person, führt in die Kulturlandschaft von Hans Michael Kohlhaase. Michael Kohlhaas, der Roßhändler, gibt den Weg auf ein Gestüt in der Nähe von Słubice vor. Was bedeutet es heute, ein »Roßhändler« zu sein? Welchen Stellenwert haben Pferdehandel und Pferdezucht und der nun schon seit Jahrzehnten auch ökonomisch wichtige Reittourismus in der Region?
Der historische Hans Kohlhase führt uns nach Tempelberg, seinen wahrscheinlichen Geburtsort. Spielt die durch Kleist berühmt gewordene Geschichte des widerständigen Mannes, der für sein Recht Unrecht zu tun bereit ist, eine Rolle für die Identität der Dorfbewohner? Fühlt man sich widerstandsbereiter, aufmüpfiger als andere? Wie ist das Kohlhaas-Openair von 2009 in der Erinnerung geblieben?
Die Bustour möchte Gäste zweier, zeitgleich in Frankfurt stattfindender, Festivals miteinander verbinden, die der Kleist-Festtage und des MitOst 2017. Wir freuen uns auf die organisierte Begegnung und spontane Entwicklungen. Für ein gemeinsames Mittagessen und eine gesellige Kaffeepause wird gesorgt.
Zum Kennenlernen laden wir vor der Abfahrt bereits 9.30 Uhr zu einem Frühstückskaffee in das Kleist-Museum ein.

Abfahrt Kleist-Museum: 10.00 Uhr
Abfahrt Dom Studencki w Słubicach,
ul. Piłsudskiego 14: 10.15 Uhr

Tickets inklusive Verpflegung: 25,- / 20,- € / 40,- € (Familienticket)

Ein gemeinsames Projekt von Kleist-Museum und MitOst 2017

SO 08.10. / 17:00 DAS LEBEN DES GALILEI

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Konzertante Lesung

Was ist ›richtig‹: die Verleugnung des eigenen Wissens um des Überlebens willen im Dienste der Wissenschaft? Oder das standhafte Eintreten für die einmal erlangten Überzeugungen mit tödlicher Konsequenz? Brecht stellt diese Frage in seinem Schauspiel über den genialen Physiker Galileo Galilei, das Regisseurin Julia von Sell gemeinsam mit Thomas Thieme und seinem Sohn Arthur Thieme auf die Bühne bringt.

»Brecht ist zeitlos, Brecht ist kraftvoll, Brecht ist wandlungsfähig. [...] Thomas Thieme schlüpft in alle Rollen, spielt nicht, sondern setzt die Figuren sprachlich in Szene: Er grummelt, faucht und schnauft in Tom-Waits-Manier, gestikuliert wie Joe Cocker mit gekrümmten Fingern zu gepressten Worten.« — Deutschlandfunk Kultur

mit:
Thomas Thieme, Lesung
Arthur Thieme, Bass / Kontrabass
Text von Bertolt Brecht
Musik von Hanns Eisler

Regie und Fassung: Julia von Sell

Kleist Forum / Foyer
Tickets: 17,- / 15,- € / 8,50 € mit Festivalpass

MO 09.10. / 17:00 ES WACHSEN FLÜGEL

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Eine theatrale Begegnung mit Kleist
Ein Projekt von Schauspielstudierenden aus Polen, Russland und Deutschland

18 junge Schauspielstudent*innen und 3 Regisseur*-innen aus drei Ländern starten ein gemeinsames Experiment. In drei Gruppen begeben sie sich auf Spurensuche bei Heinrich von Kleist, lesen seine Texte neu, hinterfragen scheinbar Sicheres, trennen Kontexte, fügen Neues zusammen und entwickeln innerhalb einer Woche im und für das Kleist-Museum ein theatrales Projekt. Verschiedene Orte des Museums werden zur Probe-Bühne, und bereits im Proben-Prozess werden immer wieder die Türen geöffnet, um Einblick in die Arbeit der jungen Künstler zu geben.
Im Zentrum des Projekts steht die künstlerische und persönliche Begegnung, die Auseinandersetzung mit dem fremden Blick und die Erprobung neuer Arbeitsweisen und Formen. Beim Erarbeiten der Projekte werden die Texte in die jeweiligen gesellschaftlichen Kontexte gesetzt. Ist es möglich, einen »aktuellen Kleist« für jeden Einzelnen herauszuarbeiten? Biografie und Werk eines Dichters, der ständig unterwegs und vielleicht nirgendwo zuhause war, werden zur Textur grenzüberschreitender Begegnungen in der Doppelstadt Frankfurt (Oder)/Słubice. Im besten Fall prallen ganz unterschiedliche Interpretationsansätze und Produktionsästhetiken aufeinander. Am 9. Oktober ist das Kleist-Museum die Bühne für Premiere und letzte Aufführung gleichzeitig.

Regie: Joanna Lewicka (Lublin),
Wolfgang Nägele (Berlin),
Sergej Taraskin (Astrakhan)

Das Projekt wird gefördert vom Deutsch Polnischen Jugendwerk, dem Polnischen Institut Berlin und MitOst e.V.

Kleist-Museum / Premiere
Tickets: 5,- / 3,- €

Öffentliche Probe:
FR / 6.10. / 18:00 / Eintritt frei

MO 09.10. / 20:00 BARTHOLOMÄUS-NÄCHTE

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Filmnacht u. a. mit dem französischen Film Die Bartholomäusnacht von Patrice Chéreau (1994)

In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts schrieb Alexandre Dumas vier seiner berühmtesten Romane: Die drei Musketiere, Der Mann mit der eisernen Maske, Der Graf von Monte Christo und Königin Margot. Alle diese Geschichten sind aufwendig und mehrmals verfilmt worden. Königin Margot, eine Geschichte aus der Zeit der französischen Glaubenskriege, kam 1954 und 1994 in deutscher Synchronisation unter dem Titel Die Bartholomäusnacht in die Kinos. Zum Beginn des Abends zeigen wir die Verfilmung von Patrice Chéreau (1994) mit Isabelle Adjani und Daniel Auteuil in den Hauptrollen.
Das Filmlexikon schreibt über das preisgekrönte Werk: »Das Massaker der französischen Katholiken an den Protestanten in der Bartholomäusnacht des Jahres 1572 als Hintergrund für eine Familiengeschichte voller Intrigen, sexueller Exzesse, Mord, aber auch aufopferungsvoller Liebe. Hinter den opulenten, die Historie hautnah beschwörenden Bildern stellt der Film auch Bezüge zur Gegenwart her und formuliert einen eindringlichen Appell an Toleranz und Mitgefühl. Formal in allen Bereichen von außergewöhnlicher Qualität.«

Nach dem Film präsentieren wir eine Dokumentation, die sich insbesondere der Verstrickung der Königsfamilie in die Schlacht um den wahren Glauben widmet und stellen den Roman von Alexandre Dumas vor.

Kleist-Museum
Tickets: 8,- / 6,- € / 4,- € mit Festivalpass

DI 10.10. – FR 13.10. / 09:00 & 10:00 SPRACH | GE | WALT | TÄT | IG

10_sprach-ge-walt-taet-ig

Werkstatt für Schulklassen zur Sonderausstellung Worte, Worte, nichts als Worte …

Begleitend zur Sonderausstellung öffnen wir eine Wörter-Werkstatt für Schulklassen: Schüler*innen von Klasse 5 bis 11 sind eingeladen, mit Sprache zu experimentieren. Wörter schöpfen, Wörter verbinden, Wortfamilien gründen, Wortwurzeln ausgraben, Wörter zerpflücken und neu zusammensetzen, kurz: Wortgeschichten erforschen.

Anmeldung per E-Mail notwendig:
Christina Dalchau
E-Mail: dalchau@kleist-museum.de

Kleist-Museum
Tickets: 1,- € pro Schüler

DI 10.10. / 17:00 BIBELFEST. LUTHERS DEUTSCH

11_Bibelfest-Luthers-Deutsch

Ein Salon Kleist zur Sonderausstellung Worte, Worte, nichts als Worte …

GOTTGEFÄLLIG. Martin Luthers Bibelübersetzung war nicht die erste aber sicherlich die wirkmächtigste Übertragung der Heiligen Schrift. Dabei verzichtete er, anders als etwa in den Tischreden, auf volksnahe Grobianismen. Martin Luther wollte den Sinn der Bibel in REIN UND KLAR DEUTSCH GEBEN. Seinem Bemühen verdanken wir bildreiche Redewendungen und Lieblingsstellen, die sich den zahlreichen Bibelrevisionen auch der jüngsten Zeit oft widersetzten, also ihre FEUERPROBE bestanden. Der Salonnachmittag widmet sich einigen dieser Wendungen und Wörter, die durch Luthers Bibelübersetzung in unsere heutige Sprache kamen. Die Salongäste sind herzlich eingeladen, mitzulesen und sich an der Sprachmacht und den MACHTWORTEN zu erfreuen: WES DAS HERZ VOLL IST, DES GEHT DER MUND ÜBER!

Kleist-Museum
Tickets: 5,- / 3,- €

DI 10.10. / 20:00 DIE GEWALT DER MUSIK

12_Joerg-Gudzuhn_Die-gewalt-der-Musik

Jörg Gudzuhn liest Die heilige Cäcilie

In Heinrich von Kleists Erzählung von 1810/11 machen sich »um das Ende des sechzehnten Jahrhunderts … drei Brüder, junge in Wittenberg studirende Leute, mit einem vierten, der in Antwerpen als Prädicant angestellt war« auf, das Kloster der heiligen Cäcilie anzugreifen, um »von Schwärmerei, Jugend und dem Beispiel der Niederländer erhitzt … auch der Stadt Aachen das Schauspiel einer Bilderstürmerei zu geben.« Etliches Volk von der Straße, Anhänger der neuen Lehre schließen sich an. Die Nonnen sind in höchster Not. Ein Wunder geschieht. Triumph der Religion? Macht der Musik? Das Ganze eine Legende? Glaubensfrage.
Jörg Gudzuhn ist von der Theaterbühne ebenso bekannt wie vom Film. Fast 25 Jahre war er am Deutschen Theater, auch als Dorfrichter und Cheruskerfürst, davor über 10 Jahre am Maxim Gorki Theater, wo er unter anderem in der legendären Kuckucksnest-Inszenierung von Rolf Winkelgrund einen umjubelten McMurphy spielte. Vor der Kamera war er Fallada und fantastischer Erfinder, Schachspieler und Häftling, Autoverweigerer, knurriger Kommissar, schöngeistiger Genießer und Berliner Kumpel. Im Anschluss an die Lesung erzählt Gudzuhn, der von Kleists Kohlhaas begeistert ist, von Theater, Film und Leben, von Adam, Herrmann und Michael.

Kleist-Museum
Tickets: 10,- / 8,- € / 5,- € mit Festivalpass

MI 11.10. / 15:30 LÄSTERLIPPE & GEHIRNVERRÜCKUNG: SPRACHGEWALT BEI LUTHER UND KLEIST

13_Lehrerfortblidung

Lehrerfortbildung

Wörter wie »merkeln« oder »rumoxidieren«, »isso« oder »läuft«, so genannte Jugendwörter der letzten Jahre, sind in die Umgangssprache zumindest bestimmter Gruppen längst eingegangen. Sprache verändert sich, Lehrer*innen aller Fachbereiche nehmen aktuelle Sprachveränderungen sehr direkt wahr. Die Lehrerfortbildung wendet sich insbesondere an Deutschlehrer*innen und widmet sich Aspekten der Vermittlung von Sprachkompetenz und Sprachgeschichte. Nach einem Rundgang durch die Sonderausstellung Worte, Worte, nichts als Worte. Wortgeschichten von Luther und Kleist geben die Kuratorin Dr. Barbara Gribnitz und die Museumspädagogin Christina Dalchau Anregungen zur Einbindung von Sprachspielen und Sprachgeschichte(n) allgemein und der aktuellen Ausstellung im Besonderen in den Deutschunterricht der Mittel- und Oberstufe.

Anmeldung per E-Mail notwendig: Christina Dalchau
E-Mail: dalchau@kleist-museum.de

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem LISUM statt und wird für Deutschlehrer angeboten.

Kleist-Museum
Eintritt frei

MI 11.10. / 19:30 DER ZERBROCHENE KRUG

14_Der_zerbrochene_Krug

Schauspiel von Heinrich von Kleist
Deutsches Nationaltheater Weimar

Ein Krug ist zerbrochen. Frau Marthe, die Besitzerin des wertvollen, geschichtsträchtigen Gefäßes, erscheint mit ihrer Tochter Eve vor Gericht, um den vermeintlichen Täter Ruprecht Tümpel, der auch noch der zukünftige Bräutigam von Eve ist, anzuklagen. Aber Ruprecht leugnet die Tat. Wer also war
es, der sich in jener denkwürdigen Nacht in Eves Zimmer unerlaubt aufhielt und den Krug zerschlug? Ein anderer Mann? Wie aber stunde es dann um Eves Treue, die ihrerseits merkwürdigerweise Ruprecht dazu bringen will, die Schuld auf sich zu nehmen, egal ob er der Übeltäter war oder nicht?
Und wen hat Frau Brigitte aus Marthens Garten fliehen sehen? Den klumpfüßigen Teufel selbst? Richter Adam soll Licht ins Dunkel der Angelegenheit bringen – und das so professionell wie möglich. Denn Geheimrat Walter aus Utrecht ist auf Kontrollreise, um die Funktionstüchtigkeit der Staatsbeamten zu prüfen. Aber Adam ist in einem seltsam desolaten Zustand, verwundet am Kopf, seiner Richterperücke ledig und sehr darauf bedacht, die Verhandlung schnell hinter sich zu bringen, Eve ruhig zu stellen und Geheimrat Walter mit gutem Wein und Käse abzufertigen, während sein Sekretär Licht mehr zu wissen scheint, als ihm – Adam – lieb ist …

mit:
Lutz Salzmann
Sebastian Kowski
Sebastian Nakajew
Anna Windmüller
Johanna Geißler
Krunoslav Šebrek
Elke Wieditz

Regie: Jan Neumann
Bühne: Matthias Werner
Kostüme: Nini von Selzam
Dramaturgie: Beate Seidel

Kleist Forum
Tickets: 20,- / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass

DO 12.10. / 19:30 OGODD-OGOTT!

15_OGODD-OGOTT

Musik-Comedy-Show von und mit Jan Christof Scheibe

Diese Mission scheut kein Risiko: In einem irrwitzigen Moment höchster Gefahr rast Scheibes Leben noch einmal an ihm vorbei – ein ganzes Leben in einer Sekunde!

Er ist Ihr Stuntman des Glaubens: Jan Christof Scheibe stürzt sich für Sie in die Abgründe der Weltreligionen. Kein Pilgerpfad ist ihm zu schmal, kein Beichtstuhl zu heiß. Bringt die Ganzkörperverhüllung Segen, und wenn ja: warum ziehen das so wenige Männer an? Scheibe probiert es, damit Sie, verehrtes Publikum, von seinen Erkenntnissen profitieren können. Frohlocket!

Als Sohn eines Organisten hat Scheibe die Kirche backstage erlebt. Er weiß, wer unter dem Talar steckt und in welcher Supermarktkette der Pfarrer den Messwein kauft. Was er nicht weiß: Wozu das Ganze? Gibt es ihn denn nun, den Einen? Scheibe sucht Gott, sucht Wege aus der religiösen Beziehungskrise. Er zweifelt, singt, spottet und betet. Er begegnet Himmel und Hölle und reinkarniert dabei Humor an Orten, wo man ihn gar nicht vermutet hatte. Scheibes Glaubensfragen – kompakt zusammengefasst und unglaublich humorvoll zubereitet. God to go.
Glauben Sie an einen göttlichen Abend!

Kleist Forum / Studiobühne
Tickets: 20,- / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass

FR 13.10. / 19:30 PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG

Schauspiel von Heinrich von Kleist
Hans Otto Theater Potsdam

Der Prinz träumt – mitten im Krieg. Während das Heer von Brandenburg sich zur Entscheidung gegen die Schweden rüstet, glaubt der Prinz sich umfangen von göttlicher Segnung. Sie verheißt ihm Sieg, Ruhm, die Liebe des Kurfürsten und die Hand der schönen Natalie. Prinz Friedrich entscheidet sich für den Traum. Er stürmt an der Spitze seines Regiments voran, pflügt durch die schwedischen Linien, schlägt den Feind zurück. Im Hochgefühl des Sieges spürt er es – sein Traum wird wahr. Auch Natalie fällt ihm zu. Nun wird sich alles weiter fügen. Aber sein eigenmächtiger Sturmangriff hat den Schlachtplan zerstört; der Feind ist nicht vernichtet, der Krieg geht weiter, und der Prinz hat den Befehl verweigert, darauf steht das Kriegsgericht. Statt des liebenden Blicks seines Fürsten empfangen den Prinzen Degradierung und die Gefängniszelle. Seine Freunde beginnen als erste zu kämpfen. Sie bitten für ihn beim Kurfürsten. Umsonst. Sie ziehen Kräfte zusammen und zeigen ihren Unmut. Umsonst. Eine Möglichkeit rückt näher: die Todesstrafe. Aber ist der Prinz je aus seinem Traum erwacht?

Kleist schrieb den Homburg 1809/11 unter dem Eindruck der napoleonischen Besatzung. 1811 nahm er sich das Leben. Erst 1828 konnte in Berlin eine abgemilderte Fassung gezeigt werden; Friedrich Wilhelm III. lies das Stück wegen Staatsgefährdung absetzen. »So musste der Prinz uns erscheinen als der erste moderne Protagonist, schicksallos, mit sich allein in einer ›zerbrechlichen Welt‹ und uns darum nah, kein Held mehr, komplexes Ich und leidende Kreatur in einem, ein ›unaussprechlicher Mensch‹, wie Kleist sich selbst genannt hat, ein Träumer, Schlafwandler, der Herr seiner selbst wird« (Ingeborg Bachmann).

mit:
Jon-Kaare Koppe
Andrea Thelemann
Nina Gummich
Christoph Hohmann
Moritz von Treuenfels
Michael Schrodt
Eddie Irle

Regie: Alexander Charim
Bühne: Ivan Bazak
Kostüme: Amit Epstein
Dramaturgie: Ute Scharfenberg

Kleist Forum
Tickets: 20,- / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass

SA 14.10. / 19:30 ME AND THE DEVIL

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EINE TEUFLISCHE REVUE
von und mit Dominique Horwitz

Schauspieler und Sänger Dominique Horwitz spannt einen teuflischen Bogen von der romantischen Oper Der Freischütz über Rock-, Pop- und Jazzklassiker bis hin zu den schrägen Highlights aus Tom Waits’ / Robert Wilsons / William S. Burroughs’ The Black Rider. Im Mittelpunkt der hintergründigen, von einer siebenköpfigen Band auf der Bühne begleiteten Songs steht der Mythos des Teufels – abgründig, skurril, komisch, erotisch und phantastisch.

Kleist Forum
Tickets: 25,- / 23,- € / 12,50 € mit Festivalpass

Im Anschluss: Hell and Heaven
Teuflisches und Himmlisches mit DJ Mark Ucker
im Foyer des Kleist Forums

SO 15.10. / 11:00 EINER TRAGE DES ANDEREN LAST

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Filmfrühstück mit dem DEFA-Klassiker von 1988 und Manfred Möck

»Liebe Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.« (Galater 6:1-2, zitiert nach der Lutherbibel von 1912).

Den Polizisten Josef Heiliger (Jörg Pose) und den Vikar Hubertus Koschenz (Manfred Möck) trennen Welten! Es verbindet sie nur ihre lebensgefährliche Krankheit; und der müssen sie sich ausgerechnet in einem gemeinsamen Krankenzimmer eines Lungensanatoriums stellen.
Es ist 1950, die DDR noch jung, die Gegensätze sind ebenso groß wie Not und Hoffnung, und einen festen Glauben haben beide …
Der Film von Lothar Warneke wurde in beiden deutschen Staaten ausgezeichnet, als bester DEFA-Spielfilm des Jahres 1988 in der DDR und beim Internationalen Filmfestival 1988 in Berlin (West) mit zwei Silbernen Bären für die Hauptdarsteller.
Manfred Möck, der junge Vikar aus dem Film, startete mit dieser Rolle seine Filmkarriere. Neben Theaterengagements u. a. in Greifswald, Berlin und Salzburg in den 80er und 90er Jahren war er bis heute in mehr als 120 Fernseh- und Filmrollen zu sehen. Im Anschluss an den Film sprechen wir mit dem Berliner Schauspieler über Glaubens- und andere Fragen.

Kleist-Museum
Tickets: 8,- / 6,- € / 4,- € mit Festivalpass

SO 15.10. / 15:00 MICHAEL KOHLHAAS: RECHT MUSS RECHT BLEIBEN!?!

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Die Frankfurter Bürgerschaft liest Kleist

Kleists Geschichte des Rosshändlers, der aus »Rechtgefühl … zum Räuber und Mörder« wurde, ist – zumindest in groben Zügen – fast jedem bekannt. Sie wurde oft theatralisiert, verfilmt und als Hörspiel gestaltet. Für die Kleist-Festtage 2017 haben sich mehr als 40 Frankfurterinnen und Frankfurter und interessierte Gäste aus dem Umland bis nach Berlin mehrere Wochen lang mit dieser Geschichte auseinandergesetzt; sie gemeinsam gesehen, gehört und vor allem diskutiert, bevor in einem kurzen, intensiven Probenprozess die gemeinsame Lesung des Kohlhaas vorbereitet wurde. Zur Premiere der Lesung und gleichzeitig zum guten Schluss des Festivals laden alle Beteiligten des diesjährigen Bürgerprojektes in die St.-Gertraud-Kirche ein. In vier »Akten« mit jeweils zehn Vortragenden wird »der ganze Kleist« gelesen und mitmachen kann, wer die Lesung mit allen gemeinsam erarbeitete. Geprobt wurde unter der fachlicher Anleitung zweier Schauspieler*innen im Kleist-Museum. Die Bühne bildet die St.-Gertraud-Kirche, der Hochaltar aus dem 15. Jahrhundert, der seit Mai 2017 wieder sein prunkvolles Gesprenge trägt. Zwischen den Lesungen laden die Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus und das Kleist-Museum zu Entspannung bei Kaffee und Kuchen, zum Kennenlernen oder Wiederbegegnen, zum Reden »über Gott und die Welt« ein.

Die Lesung wird professionell aufgezeichnet und am 10. November 2017, dem 534. Geburtstag Martin Luthers, in Ausschnitten an zahlreichen Orten in Frankfurt (Oder) präsentiert.

Anmeldung zur Teilnahme am Bürgerprojekt noch bis 30. Juli möglich: info@kleist-museum.de

Ein gemeinsames Projekt von Kleist-Museum und Evangelischer Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) – Lebus

St.-Gertraud-Kirche
Eintritt frei

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Veranstalter
Messe und Veranstaltungs GmbH - Partner der Kleist Festtage 2011 Kleist-Museum - Partner der Kleist Festtage 2011
Medienpartner
antenne brandenburg - Partner der Kleist Festtage 2017 radioeins - Partner der Kleist Festtage 2017 Märkische Oderzeitung - Partner der Kleist Festtage 2017
Partner & Förderer
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