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CATCH3000: MONTEVERDI VS. KLEIST
DIE WRESTLING-SHOW DES JAHRES

glanz&krawall

DI. 16.10. | 19:30
Kleist Forum · Hinterbühne
Tickets: 20,- € / 18,- € / 10,- € mit Festivalpass
» Tickets

Im Anschluss
Party auf dem Ring mit dem DJ-Kollektiv DIE PUNKBAND VOM KOCH (Eintritt frei)

»Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie Shawn im Match zu ihm ›I‘m sorry, I love you‹ sagte und ihn dann unter Tränen pinnte.« Wrestlingexperte Peter Nastke

In CATCH3000 wird das Musiktheater zur Wrest­ling-Arena. Das Berliner Kollektiv glanz&krawall lässt Claudio Monteverdis Combattimento di Tancredi e Clorinda (1624) im Ring auf Heinrich von Kleists Penthesilea (1807) prallen. Beide Stoffe verbindet die Beschreibung eines extremen Zweikampfs, der zur Abschlachtung des/der Geliebten führt. Jeweils außenstehende Figuren kommentieren das Duell zwischen Frau und Mann, Kriegsgott und Amazone, Muslima und Christ für die Hörer*innen / Leser*innen/ Zuschauer*innen. Wie lässt sich eine solch extre­me Konfrontation auf der Theaterbühne darstellen? Kleists Penthesilea galt lange als unaufführbar und Monteverdi hat sein Combattimento gar nicht erst für die szenische Aufführung, sondern als Hörstück konzipiert, dessen Gewaltausbrüche von der Musik getriggert in den Köpfen des Publikums entstehen. glanz&krawall schnappen sich nun also Kleists »Blankvers-Orgien« und Monteverdis christliche Propaganda und setzen sie in die Welt von CATCH3000 – einer absurden Wrestling-Show.

»Für einen Liebhaber des Catchens gibt es nichts Schöneres als die rächende Wut eines verratenen Kämpfers, der sich mit Leidenschaft auf das ätzende Bild der Unfairness wirft«, wusste schon der Philosoph Roland Barthes in seinen »Mythen des Alltags« zu berichten. In CATCH3000 kann also all das Unfaire, Politisch-Inkorrekte hemmungslos zutage treten und im Ring und mit lautstarker Unterstützung von den Rängen ausagiert werden. Der Kosmos Wrestling erhebt nie den Anspruch einer Deutungshoheit über die Wirklichkeit und kann sich deshalb gnadenlos in den Sumpf der zugespitzten Plattitüden werfen. Im 19. Jahrhundert noch als Showkampfart auf Jahrmärkten zu Hause, gelangte das Wrestling/Catchen in den 1930er Jahren durch den Siegeszug der Kinematographie und des Boxens, welches zum Volkssport geworden war, schnell in die Vorort-Säle und Turnhallen der westlichen Welt. In den 1980er Jahren wurde es dann durch den US-amerikanischen Wrestler Hulk Hogan und das Sportfernsehen international populär als Zwitter aus Show und Sport. Nun machen sich glanz&krawall auf, die Zukunft der Oper mithilfe des Wrestlings zu finden. Die Schnittmengen dieser beiden Genres sind beachtlich: Oper und Wrestling verbindet die grenzenlos übertriebene Geste, das Suhlen in Emotionen und die intellektuelle Simplifizierung der Figuren zugunsten ihrer Empfindsamkeit.

Mit: Dennis Schrappe Depta, Luise Quicksilver Lein,
Phil-lip Testo SteronKatchy Kara Schröder, Felix The Tank Witzlau

Regie: Marielle Sterra
Musikalische Leitung & Cembalo: Marinella Dell’Eva
Ausstattung/Kamera: Kim Scharnitzky
Sound: Martin Lutz
Dramaturgie: Dennis Depta

www.glanzundkrawall.de

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Foto: David Ole

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