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»DURCH KRIEG UND MISWACHS«

Eine begehbare Rauminstallation zu Heinrich von Kleists Bettelweib von Locarno

VERNISSAGE
SA. 13.10. | 15:00
Kleist-Museum

Eintritt frei

AB 14.10.2018
Täglich außer Montag 10:00 bis 18:00

1810 in den Berliner Abendblättern erstmals ver­öffentlicht, ist das Bettelweib vordergründig eine Gespenstergeschichte: Eine Bettlerin erhält von einer Marquise Obdach in einem Zimmer, wird vom Marchese jedoch hinter den Ofen befohlen. Auf dem Weg dorthin stürzt sie und verletzt sich so schwer, dass sie stirbt. Als die Herrschaften, in finanzielle Bedrängnis geraten, das Schloss ver­kaufen wollen, beginnt die Bettlerin am Orte ihres Todes zu spuken…

Die Erzählung kann aber zugleich als vehemente Kritik am Adel und möglicherweise gar an den herrschenden Verhältnissen interpretiert werden. Theodor Fontane bemerkt jedoch in seinen Auf­zeichnungen 1872 trocken, als »moralische Erzäh­lung« könne die Geschichte nicht recht wirken, da »das begangene Unrecht viel zu klein sei.« – Eine nach heutigen Maßstäben empörende Aussage? An Kleists Erzählung knüpfen sich bis heute inten­sive Debatten und ganz gegensätzliche Interpre­tationen: Ist es nur eine »Schauermär« oder Ironie, nur moralische oder auch soziale Kritik? Und empören wir uns wirklich, wenn wir solch Unrecht heute sehen?

Zu den Kleist-Festtagen 2018 Inszenierte Wirklichkeiten – nimmt eine Gast-Künstlerin Kleists Erzählung von heute in den Blick, ohne das sprachliche »Inszenierungspotential« des Dichters zu übersehen.

Im ersten Teil fragt die Ausstellung nach den Wurzeln des Verständnisses der sozialen Verantwortung in der Kleist-Zeit und versucht gleichzeitig, eine Brücke zu schlagen zu einer heutigen Interpretation: Ist unsere Verantwortung für die Schwächeren der Gesell­schaft durch das Sozialsystem des Staates und die viel beworbene »Corporate Social Responsibility« der Unternehmen abgegolten? Oder was bedeutet soziale Verantwortung heute für jeden Einzelnen von uns?

Im zweiten Teil wendet sich die Ausstellung dann dem Fantastischen in Kleists Erzählung zu, dem Dunklen, der angsterfüllten Frage: Wer da?!

Die Ausstellung wird kuratiert von Judith Philipp, die als Szenografin einen ganz eigenen, räumlich-inhaltlichen Zugriff auf Kleists Erzählung wählt. Unterstützt wird sie in der Umsetzung von DIE WERKEN, einem Berliner Büro für Raumkonzepte und Installationen.

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Veranstalter
Messe und Veranstaltungs GmbH - Partner der Kleist Festtage 2011 Kleist-Museum - Partner der Kleist Festtage 2011
Medienpartner
antenne brandenburg - Partner der Kleist Festtage 2017 radioeins - Partner der Kleist Festtage 2017 Märkische Oderzeitung - Partner der Kleist Festtage 2017
Partner & Förderer
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