DIE HERMANNSCHLACHT

Wann:
8. Oktober 2020 um 19:00
2020-10-08T19:00:00+02:00
2020-10-08T19:15:00+02:00
Wo:
Kleist–Museum
Faberstraße 6-7
15230 Frankfurt (Oder)
Preis:
8,- € / 6,- € (inklusive Kaffee oder Tee oder alkoholfreien Getränken)

Ein Stummfilm in fünf Akten von 1924 Filmabend im Kleist–Museum

Die Hermann– oder Varusschlacht gilt als Gründungsmythos der deutschen Nation. Im Bau des Detmolder Hermannsdenkmals fand dieses nationale Selbstverständnis im 19. Jahrhundert einen sichtbaren Ausdruck. Dass der Mythos auch im 20. Jahrhundert noch für konkrete politische Zwecke instrumentalisiert wurde, lässt der 1922/1923 gedrehte Stummfilm Die Hermannschlacht eindrucks- voll erkennen. Gedreht wurde das »historische Gemälde aus Deutschlands ersten Freiheits- kämpfen« an den Originalschauplätzen, wie man damals einhellig meinte, in unmittelbarer Nähe zum Hermannsdenkmal. Die Texttafeln der Zwischentitel lesen sich wie ein aus dem Mythos abgeleiteter tagespolitischer Appell. Dass dieser Film zwar von den Römern sprach, aber die Franzosen meinte, die 1923 das Ruhrgebiet besetzt hatten, wurde von dem begeisterten Premierenpublikum und der konservativen Tagespresse auch sofort ver- standen. Nachdem sich die politische und wirtschaftliche Situation 1924 beruhigt hatte, verschwand Die Hermannschlacht in den Archiven und wurde bald vergessen. Eine Originalkopie, offenbar 1945 von der sowjetischen Armee beschlagnahmt, fand sich 1990 im Zentralen Filmarchiv der UdSSR wieder. Wir zeigen den Film aus der cineastischen Frühzeit in der Fassung des LWL–Medienzentrums, von dem Detmolder Pianisten Daniel Wahren kongenial untermalt.