EROEFFNUNG DER KLEIST–FESTTAGE

Wann:
1. Oktober 2020 um 18:30
2020-10-01T18:30:00+02:00
2020-10-01T18:45:00+02:00
Wo:
Kleist Forum
Platz der Einheit 1
15230 Frankfurt (Oder)
Preis:
Kostenlos

Verleihung des Kleist–Förderpreises für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2020
Eröffnung durch René Wilke, Dr. Hannah Lotte Lund, Anette Handke, Florian Vogel Preisverleihung an Magdalena Schrefel Laudatio von Albert Ostermaier

Jährlich wird der international anerkannte und renommierte Kleist–Förderpreis für junge Dramatiker*innen gemeinsam durch die Kleiststadt Frankfurt (Oder), die Dramaturgische Gesellschaft Berlin und das Kleist Forum Frankfurt (Oder) verliehen. Der mit 7.500 EUR dotierte Kleist–Förderpreis 2020 geht an Magdalena Schrefel für ihr Stück Ein Berg, viele. Im Anschluss an die Preisverleihung findet die Frankfurter Premiere der Uraufführungsinszenierung, produziert vom Schauspiel Leipzig in Koproduktion mit dem Kleist Forum, statt.

Magdalena Schrefel, geboren 1984 in Wien, studierte nach längeren Arbeitsaufenthalten in Vukovar und Göteborg an der Universität Wien Europäische Ethnologie sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Für ihr Stück Die Bergung der Landschaft erhielt sie 2014 eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt, 2019 wurde es vom Bayrischen Rundfunk in Koproduktion mit dem ORF als Hörspiel produziert.

2017 fand die Uraufführung ihrer Sprengkörperballade am Schauspiel Köln statt, 2019 die österreichische Erstaufführung am Kosmos– Theater Wien. Für ihre Kurzprosa wurde sie 2017 mit dem AK–Literaturpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich und 2018 mit dem Literaturpreis der Akademie Graz ausgezeichnet. 2019 erhielt sie das Wiener Dramatik Stipendium für die Arbeit an Ein Berg, viele, das zum Heidelberger Stückemarkt 2019 eingeladen wurde. Magdalena Schrefel lebt in Berlin.

In der Jurybegründung heißt es: »Das Stück ist eine Konfrontation mit dem Zerfall von Gedankengebirgen — befreiend und schmerzhaft zugleich. Der Autorin gelingt es mit ihrer szenischen Setzung, die Konstruktion von Grenzen aufzuzeigen, ob geografisch, politisch oder ideologisch. Sie hinterfragt ihren Nutzen und Urheberschaften und beschreibt, wie Scheinwelten und –autoritäten erschaffen werden. Dafür überlagert Magdalena Schrefel zeitgenössische, historische und fiktive Referenzen. Gleichzeitig erstreckt sich entlang ihrer vielfältigen Sprachfarben auch das Potential von gemeinsamen Linien, um Welt zu beschreiben und Utopien zu formulieren. ›Ein Berg, viele‹ ist mehr als ein Stück mit historischem Bezug. Es erzählt mit den Mitteln des Theaters von inszenierten Wirklichkeiten und öffnet da- rin einen klaren Blick auf unsere Gegenwart.«

© MuV Winfried Mausolf