FRANZ FREIHERR GAUDY. EINE (NACHGEHOLTE) PRAESENTATION

Wann:
11. Oktober 2020 um 11:00
2020-10-11T11:00:00+02:00
2020-10-11T11:15:00+02:00
Wo:
Kleist–Museum
Faberstraße 6-7
15230 Frankfurt (Oder)
Preis:
5,– €, ermäßigt 3,– €

Vortrag mit Lesung sowie Pop–Up–Ausstellung

Franz von Gaudy (1800–1840), Schriftsteller im Vormärz, ist ein Sohn der Oderstadt wie der eine Generation ältere Heinrich von Kleist. Sein Geburtshaus war das »Haus zum roten Polacken« in der Oderstraße 13 im Umfeld der Familien von Kleist und von Zenge. Er schrieb Novellen, Erzählungen, Reiseberichte und Gedichte, Balladen und Romanzen, hatte eine ausgeprägt satirische Ader und war ein ausgezeichneter Übersetzer aus dem Französischen und Polnischen. 15 Jahre, 1818 bis 1833, diente er als Leutnant in der preußischen Armee, 1834 bis 1840 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. Zu seiner Zeit war er im literarischen Deutschland weit bekannt und geachtet, inzwischen ist er fast vergessen. Die Germanistin Dr. Doris Fouquet–Plümacher, langjährige Bibliotheksdirektorin an der Freien Universität Berlin, hat sich Franz Freiherr Gaudy, wie er sich selbst nannte, über Jahre angenähert, auch haptische Spuren seines Lebens durch Wieder- auffinden und Herrichten seiner Grabstätte auf dem Friedhof I der Jerusalems– und Neuen Kirchengemeinde in Berlin wieder gegenwärtig gemacht. Pünktlich zu seinem 220. Geburtstag am 19. April lagen seine venetianischen und italienischen Novellen als Band 1 einer neuen Auswahlausgabe und ein Frankfurter Buntbuch zu einer bemerkenswerten Episode seines Armee–Lebens, der Haft auf der Festung Silberberg in Schlesien, vor, und das Kleist–Museum eröffnete seine virtuelle Gaudy–Ausstellung, kuratiert von Dr. Claudia Czok. Gaudys Wiederkehr in die literarische Welt erfolgt nun zu den Kleist–Festtagen in seinem 220. Geburtsjahr!