HEINRICH VON KLEIST – GESCHICHTE EINER SEELE

Wann:
4. Oktober 2020 um 17:00
2020-10-04T17:00:00+02:00
2020-10-04T17:15:00+02:00
Wo:
Kleist Forum
Platz der Einheit 1
15230 Frankfurt (Oder)
Preis:
17,– € / 15,– € / 10,– €

Monolog mit Hanns Jörg Krumpholz

Was soll man von einem halten, der über seine Dramen an Goethe schreibt, für die Bühne seien sie nicht geeignet. Heute jedoch gehören die Werke Heinrich von Kleists zu den großen Schätzen des deutschen Theaters. Er selbst hat nie eines auf der Bühne gesehen — ein van Gogh der Dramatik. Die Geschichte einer Seele ist eine Reise durch das Leben eines, der nicht sesshaft ist. Weder an Orten, noch im Geist. Dabei klingen seine Wünsche so bescheiden: »ein Weib, ein eignes Haus und Freiheit« (April 1801 an Wilhelmine von Zenge).

Nichts davon hat Kleist erreicht, als er 1811, gerade 34 Jahre alt geworden, zuerst seine Herzensfreundin Henriette Vogel und dann sich selbst am Kleinen Wannsee erschießt. Der Abend gibt Einblick in das rastlose Schicksal eines Begnadeten und Getriebenen. Die von Hermann Beil zusammengestellte Vita aus Briefen an Freunde und Gönner, Kleists Verlobte Wilhelmine von Zenge und seine Schwester Ulrike zeigen den seelischen und geistigen Kampf eines Unverstandenen. Der Schauspieler Hanns Jörg Krumpholz gibt sich dieser Lebensgeschichte mit allen Mitteln der Schauspielkunst hin. Er schreit, flüstert, doziert und versieht Kleists Tiraden über Paris und Würzburg mit sanfter Ironie und beißendem Spott. Hanns Jörg Krumpholz war am Schauspielhaus Zürich und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg engagiert. Er ist die Synchronstimme des Hollywoodschauspielers William Defoe.

Mit: Hanns Jörg Krumpholz; Inszenierung: Jens Weisser; Fassung: Hermann Beil; Kostüme: Hanna Lena Autzen; Regieassistenz: Mathilda Maack

© Hannes Caspar