HEINRICH ZSCHOKKE ALS GENIE DER POPULARITÄT

Wann:
4. Oktober 2021 um 19:00
2021-10-04T19:00:00+02:00
2021-10-04T19:15:00+02:00
Wo:
Kleist-Museum
Faberstraße 6-7
15230 Frankfurt (Oder)
Preis:
Kostenlos

Heinrich Zschokke war als Dichter zu Lebzeiten und weit bis ins 19. Jahrhundert hinein anerkannt und beliebt. Seine 1825 herausgegebenen »Ausgewählte(n) Schriften« umfassen 40 Bände. Seit 1796 in der Schweiz ansässig, entfaltete er sich außerdem als Pädagoge, Politiker und Zeitschriftenherausgeber, gilt dort als liberale Stimme der Restauration, inspiriert von hohem politisch-volksaufklärerischem Engagement. Besonders diese Tätigkeit seines damaligen Freundes bewunderte Kleist und schrieb 1801 während des schweizerischen Aufenthaltes: »Immer hoffe ich noch, Sie einmal irgendwo im Staate wieder an der Spitze zu sehen, und nirgends, dünkt mich, wären Sie mehr an Ihrer Stelle, als da.« Der Medienhistoriker Holger Böning hat 1983 Zschokkes spätaufklärerisches Wirken anhand seiner in Aarau wöchentlich erscheinenden Zeitschrift »Aufrichtiger und wohlerfahrener Schweizerbote« (1804-1836) untersucht. Bereits in Frankfurt an der Oder hatte sich Zschokke als Herausgeber der Zeitschriften »Frankfurter Ephemeriden« (1793) und »Litterarisches Pantheon« (1794) einen Namen gemacht.
Mit seiner bis heute andauernden Zschokke-Forschung hat sich Böning um dessen Andenken verdient gemacht und innerhalb des von ihm begründeten Bremischen Verlages »edition lumière«, der auf Publikationen zur europäischen Aufklärung spezialisiert ist, Zschokkes Werke neu verlegt.

Holger Böning (*1949 Delmenhorst) ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Geschichte der deutschen Presse an der Universität Bremen.