Dienstag, 6. Oktober 2026
ab 16:30 Uhr: Ein Kleid für Käthchen, Performance am Käthchen-Denkmal // Plac Wolności, Słubice
ab 17:30 Uhr: Einzug und Eröffnung // Kleist-Museum
Mit einer Performance in Słubice und einem feierlichen Einzug in die „Offene Werkstatt“ eröffnen die Kleist-Festtage 2026 im Kleist-Museum zugleich den Prolog zum Jubiläumsprogramm „Kreuzungen – Intersections. 250 – Kleist“. Im Mittelpunkt steht die vom Kollektiv Guerilla Architects gestaltete „Offene Werkstatt“ – ein neuer Raum für Begegnung, künstlerische Aktionen und gemeinsames Denken. Nach der Vorstellung des Prolog-Programms lädt ein Rundgang zum Austausch und Weiterdenken ein.
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Mittwoch, 7. Oktober 2026
Best-of-Führung durch die Dauerausstellung „Rätsel. Kämpfe. Brüche.“ (ca. 30 min)
In dem halbstündigen Mittagsexpress durch unsere Dauerausstellung erklärt Barbara Gribnitz die Unterschiede zwischen den beiden Druckschriften, die es in der Dauerausstellung des Kleist-Museums zu entdecken gibt.
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Jährlich wird der international anerkannte und renommierte Kleist-Förderpreis für junge Dramatik gemeinsam durch die Kleiststadt Frankfurt (Oder), die Dramaturgische Gesellschaft und das Kleist Forum verliehen. Den Kleist-Förderpreis 2026 gewinnt Kaleb Erdmann für sein Stück »Debritz« über die Auswirkungen einer Solequelle auf eine fiktive ostdeutsche Stadt: Während die einen auf wirtschaftlichen Aufschwung hoffen, leiden die anderen unter der der Versalzung des Bodens.
Kaleb Erdmann wurde 1991 in Witten an der Ruhr geboren und ist im Ruhrgebiet, in Bayreuth, Erfurt und München aufgewachsen. Heute ist er Autor und Dramatiker. Er besuchte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig den Studiengang Literarisches Schreiben. Sein Debütroman »wir sind pioniere« erschien im Februar 2024 im Ullstein-Verlag, wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE ausgezeichnet und gelangte auf die Shortlist des Ulla-Hahn-Preises. Für das Berliner Ensemble schrieb er 2025 das Stück »Always Carrey On« über den Schauspieler Jim Carrey. Sein zweiter Roman »Die Ausweichschule« erschien im Sommer 2025, ebenfalls bei Ullstein, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises ausgezeichnet. Im November desselben Jahres erhielt er den Literaturförderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Im äußersten Winkel Thüringens, am Fuße des Kyffhäusers, liegt das fiktive Örtchen Debritz. Hier machen der Zuckerrübenbäuerin Peggy und ihrem Freund Maik nicht nur drei heiße Sommer zu schaffen, sondern auch die örtliche Solequelle, die in ihr Grundwasser leckt. Für Peggy ist klar: Die Quelle muss trockengelegt werden, damit Debritz weiterleben kann – doch der Bürgermeister und die Salinenehemaligen wollen davon nichts hören. Sie träumen lieber von der ruhmreichen Vergangenheit der Salzstadt und glauben fest daran, dass Kaiser Barbarossa wiederauferstehen und ihre Geschicke zum Guten lenken wird. Auch Simone aus Böblingen mischt in Entwicklungsfragen des Ortes mit. Von all dem scheinbar unberührt ist nur der Salzgeist, eine überzeitliche Naturgewalt, die von der menschlichen Schicksalsergebenheit wenig hält – bis Peggy einen radikalen Plan fasst.
»Kaleb Erdmann bewegt sich mit seinem Stück virtuos zwischen Welten, Genres und Wirklichkeiten«, begründete die Jury die Verleihung des Kleist-Förderpreises für neue Dramatik 2026. »Zwischen Volkstheater, Märchen, Satire und Sozialdrama ist Debritz vor allem eins: ein lustvolles Plädoyer fürs Theater.«
Schauspiel von Kaleb Erdmann
Regie: Brit Bartkowiak
Bühne und Kostüme: Hella Prokoph
Musik: Jeremy Heiß
Dramaturgie: Sarah Charlotte Becker
Mit: Claudia Hübschmann, Antonia Mohr, Rebecca Seidel, Jannik Süselbeck, André Wagner
Badisches Staatstheater Karlsruhe in Koproduktion mit dem Kleist Forum
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Donnerstag, 8. Oktober 2026
Best-of-Führung durch die Dauerausstellung „Rätsel. Kämpfe. Brüche.“ (ca. 30 min)
Unterwasserboote, Elektrisiermaschinen und Heißluftballons – Heinrich von Kleist war ein technisch neugieriger Mensch, wie sich in seinen Briefen und Werken widerspiegelt. Viviane Meierdreeß zeigt ausgewählte Exponate und erzählt die Geschichte von der Heißluftballonfahrt in Berlin.
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Studierende der Viadrina zeigen in der „Offenen Werkstatt“ Projekte zwischen Forschung, Gestaltung und Wissenschaftskommunikation – darunter ein Hörspiel-Podcast und eine Ausstellung im Zeitschriftenformat. Ein Abend über Fragen, Experimente und neue Wege, Kleist zu erzählen.
Mit: Nico Burgmeier, Christin Eichstädt, Christoph Pabel, Jan-Marius Rogler
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Sieben junge Performer:innen begegnen Käthchen: einer über 200 Jahre alten Figur, deren Geist sich bis heute an den Wassern der Oder umtreibt, als Ikone, Projektionsfläche und Trägerin tradierter Frauenbilder. Zwischen Erinnerung, Körper und Widerstand fragen sie, wie Herkunft und gesellschaftliche Normen unsere Identität formen. Siebenmal sterben sie, siebenmal werden sie als Katzen neu geboren und überführen die Wiederaneignung Käthchens in einen feministischen Akt gegen romantisierte Weiblichkeit und patriarchale Erzählungen.
Performance und Installation
frei nach Heinrich von Kleists »Käthchen von Heilbronn« mit Texten von Lea Langenfelder
Regie und Übersetzung: Beata Anna Schmutz
Szenografie und Kostüme: Sophie Lichtenberg
Video: Karolina Serafin
Sound: Friedrich Byusa Blam
Bürgerbühne im Kleist Forum
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Dieses Projekt wird gefördert aus dem Kooperationsprogramm Interreg VI A Brandenburg – Polen, kofinanziert aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung).
Freitag, 9. Oktober 2026
Best-of-Führung durch die Dauerausstellung „Rätsel. Kämpfe. Brüche.“ (ca. 30 min)
34 Briefe sind erhalten, die Heinrich von Kleist an seine Verlobte Wilhelmine von Zenge schrieb. Was erfahren wir daraus, wie verhielten sich Kleist und Zenge zueinander und wie endete die Verlobung schließlich?
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Was bleibt von Käthchen – und was widersetzt sich? Einen Tag nach der Premiere von „Kätzchen Käthchen“ geben Regisseurin Beata Anna Schmutz und Autorin Lea Langenfelder Einblicke in ihre Arbeit frei nach Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“. Im Gespräch mit Dr. Barbara Gribnitz geht es um feministische Lesarten, künstlerische Prozesse und eine Inszenierung zwischen Erinnerung und Aufbegehren.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Bürgerbühne im Kleist Forum
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
19:00: Stückeinführung im Foyer
Drei Morde, ein Fluch – und die Frage, was Gerechtigkeit heute bedeutet: Mit »Orestie« in der Fassung von Robert Icke bringt das Theater Vorpommern einen antiken Stoff auf die Bühne, der beklemmend gegenwärtig wirkt. Im Zentrum steht weniger das äußere Geschehen als die psychologische Verdichtung eines zerstörerischen Beziehungsgeflechts, insbesondere zwischen Mutter und Sohn. Robert Icke überführt die über 2.500 Jahre alte Vorlage in eine Gegenwart, die geprägt ist von neuen Medien und öffentlicher Urteilskultur. Eingebettet in eine Gerichtsverhandlung stellt der Abend die grundlegenden Fragen unserer Zivilisation neu: Was unterscheidet Rache von Recht? Wo beginnt Gesellschaft – und woran zerbricht sie?
Ein politisch brisantes, fesselndes Familiendrama. Mit der gefeierten Berliner Schauspielerin Judith Rosmair als Klytaimnestra – eine Rolle voller Macht, Verletztheit und Konsequenz.
Von Aischylos in einer Neufassung von Robert Icke
Deutsch von Ulrike Syha
Inszenierung: Torsten Fischer
Bühne: Herbert Schäfer
Kostüme: Vasilis Triantafillopoulos
Dramaturgie: Nadja Hess
Mit: Hannes Rittig, Judith Rosmair, Jakob Schleert, Paula Dieckmann, Annika Gräslund, Gabriele Völsch, Markus Voigt, Jan Bernhardt, Christiane Schoon
Theater Vorpommern in Koproduktion mit dem Kleist Forum
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Samstag, 10. Oktober 2026
Führung durch die Dauerausstellung „Rätsel. Kämpfe. Brüche.“
Kleist wurde 1777 in Frankfurt geboren, lebte hier bis 1792 und kehrte 1799 zum Studium in seine Heimatstadt zurück. Adrian Schliebe bringt Ihnen diese Zeit näher – von der Taufe in der Garnisonkirche bis zur Verlobung mit Wilhelmine von Zenge.
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Theaterspaziergang durch die Obere Stadt
Start und Ziel Kleist Forum (mit Picknick/Kaffeepause unterwegs)
Mit Thomas Roth, Michael Kurzwelly Laiendarsteller:innen und Bewohner:innen der Oberen Stadt
Słubfurt e.V. in Kooperation mit dem Kleist Forum
Bei diesem Theaterspaziergang wird das Gebiet der Oberen Stadt mit Methoden der Kunst erforscht. Ein Wohn- und Lebensraum mit vielen parallelen Welten, Stimmen, Sprachen, Geschichten. Gelingt es, dieser Vielstimmigkeit durch gemeinsames Eintauchen eine Bühne zu verleihen?
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Dieses Projekt wird gefördert vom Bund und Land Brandenburg über das Programm Sozialer Zusammenhalt in der Gebietskulisse »Obere Stadt« in Frankfurt (Oder).
Tim Fischer geht in seinem neuen Programm frei nach dem Lustprinzip vor. Er zeigt, dass er spielend in der Lage ist, einzigartige Chansons unterschiedlichster Herkunft zu einem Gesamtkunstwerk zu verschmelzen, das immer seine eigene Handschrift trägt, egal ob Zeitgenössisches von Thomas Pigor oder Sebastian Krämer oder zeitlos Klassisches von Georg Kreisler oder Jacques Brel. »Er ist ein Schauspieler-Sänger in der Art eines Charles Aznavour, der in jedem Chanson eine andere Persönlichkeit annimmt und diese vom tiefsten Seelengrund bis in die Fingerspitzen darstellt«, schreibt Die Presse, Wien.
Tim Fischer, Gesang
Thomas Dörschel, Klavier
Bernd Oezsevim, Schlagzeug
EIne Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Sonntag, 11. Oktober 2026
Führung durch die Dauerausstellung „Rätsel. Kämpfe. Brüche.“
In dieser Sonderführung führt Barbara Gribnitz, Kuratorin der Dauerausstellung, in die Besonderheiten der Kleistschen Sprache. Was macht seine Sprache so faszinierend, wie baut er seine Sätze auf, was hat es mit den Verstreppen auf sich?
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.
Kleists 1810 erschienene Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der aus Rache für ein erfahrenes Unrecht einen beispiellosen Kreislauf der Gewalt entfesselt, ist ein rasanter Thriller über Recht versus Gerechtigkeit und das Aufbegehren eines Individuums gegen ein System. Kohlhaas ist ein Berserker, eine Figur von höchster moralischer Ambivalenz. Am Ende seines Feldzugs liegen Städte in Trümmern und Kohlhaas selbst findet sich auf dem Schafott wieder. Mit einem heutigen Blick schaut Autor und Regisseur Felix Krakau auf Kleists berühmte Erzählung und fragt nach der Berechtigung der Mittel, nach Auswegen aus dem Strudel und ob es einfache Lösungen in einer komplexen Welt geben kann.
Schauspiel nach Heinrich von Kleist
Regie: Felix Krakau
Theater Bremen
Eine Veranstaltung der Kleist-Festtage 2026.