Programm

“Optimist ist einer, der ein dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können.” – Theodor Fontane

Hier finden Sie unser diesjähriges Programm.

Okt
17
Do
VERLEIHUNG KLEIST-FOERDERPREIS FUER JUNGE DRAMATIKERINNEN UND DRAMATIKER 2019 @ Kleist Forum - Foyer
Okt 17 um 18:30

Eröffnung durch René Wilke, Hannah Lotte Lund, Anette Handke, Florian Vogel
Preisverleihung an Peter Thiers
Laudatio von Katharina Gericke

Jährlich wird der international anerkannte und renommierte Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker*innen gemeinsam durch die Kleiststadt Frankfurt (Oder), die Dramaturgische Gesellschaft Berlin und das Kleist Forum Frankfurt (Oder) verliehen. Der mit 7.500 EUR dotierte Kleist-Förderpreis 2019 geht an Peter Thiers für sein Stück Warten auf Sturm. Im Anschluss an die Preisverleihung findet die Frankfurter Premiere der Uraufführungsinszenierung, produziert vom Staatstheater Cottbus in Koproduktion mit dem Kleist Forum, statt.

Peter Thiers, 1991 in Gera geboren, studierte Dramaturgie an der HMT Leipzig sowie der HfMT Hamburg. 2011 veröffentlichte er den mehrfach ausgezeichneten Poetry Film Schlaf.Störung, bis 2014 war er Mitglied der Leipziger Lesebühne Stubenreim. Sein Poetry Film Echo wurde im Wettbewerbsprogramm des DOK Leipzig 2014 gezeigt. Er war Teilnehmer mehrerer Campusprogramme, u. a. des Fast Forward Braunschweig sowie der Ruhrtriennale. Im Herbst 2016 lud das Generalkonsulat Danzig seine Regiearbeit Tod eines Jägers zur Deutschen Woche nach Polen ein, 2017 war er Stipendiat des Literaturhaus Rostock.

Seit der Spielzeit 2017/2018 ist er fester Regieassistent am Thalia Theater Hamburg.

In der Jurybegründung heißt es:
»Peter Thiers verweist auf das unermessliche Potential des Theaters, eben nicht nur wirklichkeitsabbildend, sondern auch seismographisch und utopisch zu sein. Der Autor verfügt dabei selbst über ein schier unermessliches Arsenal an phantastischen Einfällen und schafft es, die unbändige Energie seiner Figuren und Situationen kraftvoll zu zeichnen. Dieses monumentale Debüt ist eine überzeugende Parabel des modernen Arbeitslebens und geht weit über die bloße Beschreibung einer Klassengesellschaft hinaus.«

PREMIERE – WARTEN AUF STURM @ Kleist Forum · Hinterbühne
Okt 17 um 19:30

Schauspiel von Peter Thiers Koproduktion Staatstheater Cottbus und Kleist Forum Frankfurt (Oder, Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises 2019

»Alles kommt vom Bergwerk her« lässt Peter Thiers seinen Chor der Cleaner immer wieder sagen. Also: Alles kommt aus dem Schmutz, der Dunkelheit, der harten, kräfteverschleißenden Arbeit. Wie namenlose Sisyphose placken sie sich ab, um denen über Tage zu Wohlstand zu verhelfen. Die meisten von denen da oben jedoch leben in Warten auf Sturm auch längst nicht mehr in gleißendem Reichtum. Vielmehr erzeugt das Stück eine düstere Atmosphäre. Der Autor benennt Zeit und Ort als weder vergangen noch zukünftig. Sie seien Ausdruck einer dystopischen Gegenwart, die sein könnte oder bereits ist.

Zwischen den an der Oberfläche wandelnden, degenerierten, verrohten Persönlichkeiten entsteht ein harter Kampf um Ressourcen und Zuneigungen im Angesicht des nahenden Untergangs der Welt, wie sie sie kennen.

Mit: Axel Strothmann, Ariadne Pabst, Amadeus Gollner, Boris Schwiebert, Lisa Schützenberger, Annegret Thiemann, Sophie Bock, Lucie Thiede, Michael von Bennigsen

Regie: Volker Metzler
Bühne und Kostüme: Claudia Charlotte Burchard Dramaturgie: Lukas Pohlmann

Okt
18
Fr
SO UND NICHT ANDERS THEODOR FONTANE NEU VERTONT @ Kleist Forum
Okt 18 um 19:30

Konzert mit Katharina Franck und dem Club der toten Dichter

»Sie taucht in jeden Song ein wie in tiefes Wasser«, schrieb die Journalistin Regine Buddeke einmal über Katharina Franck. Seit einigen Jahren lebt die Sängerin und Song- writerin, deren unverwechselbare Stimme seit den Erfolgen ihrer Band Rainbirds fast jeder kennt, in der Nähe von Neuruppin, dem Geburtsort Theodor Fontanes. Fontane wird 200! – und Reinhardt Repkes Club der toten Dichter geht im Jubiläums- jahr 2019 mit Neuvertonungen des Dichters und Schöpfers berühmter Frauenfiguren wie Effie Briest, Jenny Treibel und Grete Minde auf Tournee. Das berühmte Gedicht John Maynard wird dabei sein und Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, das beliebteste Gedicht der Deutschen, wie mal einer schrieb, hat seinen Platz im Programm.

Nach Heine, Busch, Rilke, Schiller und Bukowski ist Fontane nun der sechste Dichter der auf CD veröffentlicht wird. In bisher rund 350 Konzerten hat sich der Club der toten Dichter ein begeistertes Publikum in ganz Deutsch- land erspielt.

Mit: Katharina Franck (Gesang und Gitarre), Reinhardt Repke (Gesang und Gitarre), Cathrin Pfeifer (Akkordeon), Markus Runzheimer (Bass)

Okt
19
Sa
[UN]SICHTBARE GRENZEN – EINE INTERNATIONALE THEATERWERKSTATT @ Kleist-Museum
Okt 19 um 00:00 – Okt 25 um 00:00

MI. 23.10. | 18.00 Öffentliche Probe
FR. 25.10. | 17.00 Premiere

Bereits zum zweiten Mal findet im Kleist-Museum ein trinationales Theaterlaboratorium statt. Junge Theaterschaffende aus Belarus, Russland und Deutschland setzen sich mit Kleists Werk auseinander und erproben gemeinsam neue Produktionsästhetiken und –formen. Die insgesamt 15 Teilnehmer*innen unterschiedlicher Disziplinen begegnen sich in einem zweiwöchigen künstlerischen Prozess. Dabei werden Sprachbarrieren, Übersetzungsvorgänge, kulturelle Prägungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausfindig gemacht, lustvoll auf die Probe gestellt und in künstlerische Vorgänge transferiert.

Anhand Kleistscher Texte werden Fragen und Antworten zu den Themen Obrigkeit und Öffnung, Grenzen und Gewalt entwickelt. Nicht nur sprachliche, politische und kulturelle, sondern auch persönliche Grenzen geraten in den Fokus: Grenzverschiebung, Grenzübertritt und points of no return. Den zentralen Bezugsrahmen bildet dabei der Pferdehändler Michael Kohlhaas. Welche Machtverhältnisse konstituieren und sprengen in der Erzählung die Grenzen, sprengen womöglich sogar die Grenzen der Erzählung? Wo beginnen und enden Vernunft und Instinkt, von welchen Grenzen erzählt die Beziehung zwischen Mensch und Pferd. Nach einer Woche wilden Experimentierens in Brest, Belarus, geht es weiter in der Kleist-Stadt! In der interdisziplinären und mehrsprachigen Abschlussperformance in Frankfurt (Oder) werden die Ergebnisse der vermutlich turbulenten zwei Wochen an verschiedenen Orten im und um das Kleist-Museum herum gezeigt.

Künstlerische Projektleitung: Wolfgang Nägele, Valentin Levitsky, Meret Kündig, Barbara Anna Bernsmeier

VERNISSAGE – HIMMLISCHER REGEN AUF DIE ERDE. KLEIST BEI FONTANE. @ Kleist-Museum
Okt 19 um 17:00

Vernissage
Begrüßung: Dr. Hannah Lotte Lund Einführung: Dr. Claudia Czok, Kuratorin Vom Lesen, Sehen, Hören und – Spielen.
Performance

Fontanes Urteil über Kleists Zerbrochnen Krug war zwiespältig. Bei der Lektüre notierte er, das sei ein Spielstück. Nach der Theateraufführung 1886 schrieb er dagegen, die Komödie sei ein Lesestück. So hat Fontane ‚seinen‘ Kleist gefunden: Zuerst über das Leseverstehen und Schreibdenken, beim späteren Rezensieren kamen noch Bild- und Hörverstehen dazu. Mit ihrer Performance in den Museumsräumen regen Student*innen der Abteilung Sprechwissenschaft und Phonetik an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale dazu an, über die Erkenntnis- und Kommunikationsmöglichkeiten aus gesprochener, geschriebener, gelesener, gesehener, gehörter und nonverbaler Sprache nachzudenken.

Mit: Hannah Breitenstein, Clara Czok, Clarissa Schneider, Merle Venzke

Die Sonder-Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren von Kulturland Brandenburg 2019.

JULIA JAEGER LIEST TEXTE VON UND UEBER FONTANE @ Kleist-Museum
Okt 19 um 19:30

Lesung

Das Fontane-Jahr hat sich schon vor über einem Jahr mit zahlreichen neuen Fontane- Biografien auf dem Buchmarkt angekündigt. Iwan Michelangelo d’Aprile, Professor für Kulturen der Aufklärung an der Universität Potsdam, löst Fontane in seiner Biographie »aus dem Nahbereich Preußen und Branden- burg, und sucht ihn inmitten der beschleunig- ten, zunehmend elektrifizierten und globalisierten Welt auf, in der er lebte.« (Pressetext Rowohlt)

Julia Jäger, aufgewachsen in Frankfurt (Oder), Absolventin der Leipziger Schauspielschule und ehemaliges Ensemblemitglied am dortigen Schauspielhaus, ist durch zahlreiche, auch preisgekrönte, Rollen in Film und Fernsehen deutschlandweit bekannt und verehrt. In Berlin stellte sie gemeinsam mit Iwan Michelangelo d’Aprile dessen Fontane-Biografie vor. Diesmal kommt sie allein zur Fontane-Lesung in die Kleist-Stadt und liest erstmals im neuen Haus für Kleist.

Okt
20
So
SONDER-AUSSTELLUNG – HIMMLISCHER REGEN AUF DIE ERDE. KLEIST BEI FONTANE. @ Kleist-Museum
Okt 20 2019 – Jan 26 2020 ganztägig

Sonder-Ausstellung
DI. BIS SO. | 10:00 BIS 18:00

Kuratorinnenführungen:
SA 19.10. | 18:30 | DO 24.10. | 18:00 | SO 27.10. | 13:00

Theodor Fontane berichtete in seinen Wanderungen nur beiläufig von Kleists Sterbeort, dessen Dichtungen spielen dabei keine Rolle. Doch einen »Ausflug bis zu Stimmings [zu] machen, um Heinrich v. Kleists Grab« zu sehen, fand der unternehmungslustige Fontane immerhin notwendig. Im Zuge der wachsenden Kleist-Renaissance seit den 1870-er Jahren beschäftigte sich Fontane ausführlich mit dem Werk Heinrich von Kleists. 1872, in der Sommerfrische in Krummhübel, las er sämtliche Dramen und Erzählungen und war dabei durchaus kritisch: Kleists außerordentliches Talent sei viel zu »poetisch-romantisch«, weil der Prinz von Homburg in einem unhistorisch wirkenden Stück nicht als Held, sondern eher als »Waschlappen« auftrete. Die Erzählungen dagegen seien spannend und meisterhaft ent- wickelt, sogar in ihren schrecklichsten Momenten. Otto Brahms biografische Kleist-Studie brachte Fontane 1884 erneut auf Kleist, den damals besonders für die Herrmannsschlacht und das Käthchen von Heilbronn hoch geachteten Dichter.

Fontanes Kleist-Lektüre ist eng an seine Tätigkeit als Theaterkritiker für die Vossische Zeitung 1870 – 1889 gebunden. Die anfangs scharfen Urteile sind in den sieben Rezensionen zu Kleist-Stücken deutlich abgemildert. Sie bilden nur einen kleinen Teil der 740 Theaterkritiken, in deren Entstehungszeit Theodor Fontane selbst der Durchbruch als Erzähler und Romancier gelang. Auch wenn Fontanes Theaterkritiken bis heute nicht sehr bekannt sind, lässt sich doch einiges in ihnen entdecken, etwa in Beschreibungen damaliger Theaterpraxis und -dichtung oder die verschleierte Selbstdarstellung des Dichters.

Die Ausstellung widmet sich Fontanes Texten zu Kleist, den Lesenotizen und Theater- kritiken. Daraus entsteht ein Kleist-Bild, das zwischen aufrichtiger Bewunderung und verständnisloser Ablehnung schwankt. Bei einer Betrachtung der Lebenswege dieser beiden bekanntesten märkisch-preußischen Dichter klingen Parallelen an. Außerdem wird mit Fontanes historisch-vaterländischem Roman Vor dem Sturm ein Panorama der Kleist-Zeit ausgebreitet. Der Ausstellungstitel ist einer Äußerung Fontanes entlehnt. Über den Dichter Ernst von Wildenbruch, einen Enkel des Prinzen Louis Ferdinand, schrieb er: »Wildenbruch hat wieder einen furchtbaren Vers gesündigt, der helle Blödsinn, und dieser Mann behauptet, der wiedererstandne Heinrich v. Kleist zu sein. Wenn Kleist nieste, fiel im Verhältniß zu W. ein himmlischer Regen auf die Erde.«

Ausstellungskuratierung: Dr. Claudia Czok Ausstellungsgestaltung: Thomas Lorenz-Herting

UNTERM BIRNBAUM @ Kleist-Museum
Okt 20 um 10:00

Filmfrühstück

Die Kriminalnovelle Unterm Birnbaum schrieb Theodor Fontane Mitte der 1880er Jahre, 1885 erschien sie zuerst als Fortsetzungs- geschichte in der Gartenlaube, wurde aber noch im selben Jahr auch als Buch verlegt. 1973 nahm sich die DEFA des Stoffes an

und besetzte die weibliche Hauptrolle der Ursula Hradschek mit Angelica Domröse, der schon drei Jahre zuvor mit ihrer Darstellung der Effi Briest eine eindringliches Bild einer jungen Frau gelungen war, die letztlich an der Unvereinbarkeit der eigenen Wünsche und Träume mit den tatsächlichen Verhältnissen zerbricht. Neben Domröse sind unter der Regie von Ralf Kirsten u. a. Erik S. Klein als Abel Hradschek, Agnes Krauss als Zeugin Jeschken und Norbert Christian als Dorf- pfarrer zu sehen. Das insgesamt 25 Personen umfassende Filmensemble erlaubt bis in die kleinsten Rollen ein Wiedersehen mit so aus- gewiesenen Schauspielerinnen und Schau- spielern wie Wolfgang Greese, Jürgen Holtz, Manfred Karge, Carla Runkehl, Angelika Waller und Jutta Wachowiak. Die Premiere des Films fand im November 1973 im Inter- national statt, das heute noch eines der schönsten Berliner Uraufführungskinos ist.

GIER. UNTERM BIRNBAUM. @ Kleist Forum · Studiobühne
Okt 20 um 17:00

Schauspiel nach Theodor Fontanes
Kriminalnovelle
Theater am Rand

Zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane inszenierte der Regisseur Christian Schmidt das Stück nach Fontanes bekannter Kriminal- novelle Unterm Birnbaum. Schauplatz sind die Ortschaften Letschin und Neulewin im Oderbruch, wo zu Fontanes Zeiten tatsäch- lich ein Mordfall verhandelt wurde. Die Kern- fragen sind jedoch brandaktuell: Wie stark bestimmen Geld und Besitz – oder Armut und Schulden – den gesellschaftlichen Wert eines Menschen? Und: Wie verzerren Lügen, Halb- wahrheiten und Fake-News die Wirklichkeit? Auch von der Machart ist das Stück aktuell: Nur zwei Schauspieler, Catherine Stoyan und Pascal Laló, spielen eine ganze Dorfgemein- schaft, über großflächige Videoaufnahmen kommen die Originalschauplätze von Fonta- nes Kriminalnovelle mit auf die Bühne.

»Gier ist für Regisseur Christian Schmidt dabei das Bindeglied von Fontanes Novelle ins Heute. Die Art und Weise, wie sie unseren Fokus verschiebt, uns Werte und Normen vergessen lässt. Immer wieder bricht Schmidt dafür die eigentliche Handlung auf …« – (Märkische Oderzeitung)

Mit: Catherine Stoyan, Pascal Laló
Regie: Christian Schmidt
Dramaturgie: Helge-Björn Meyer
Musik: Tobias Morgenstern
Video: Johannes Plank
Bühne: Hannes Hartmann
Kostüme: Clarissa Freiberg

Okt
21
Mo
THEO CACHING @ Kleist-Museum
Okt 21 – Okt 25 ganztägig

Ein Projekt der kulturellen Bildung im Rahmen des Themenjahres fontane.200/ Spuren – Kulturland Brandenburg 2019.

MO. 21.10. BIS FR. 25.10.
Nach Voranmeldung
Dauer: 1,5 bis 3 Stunden

Zu den Kleist-Festtagen erneuern wir unser Angebot: Kinder und Jugendliche können eine Woche lang in Frankfurt (Oder) dem Dichter Theodor Fontane auf der Spur sein. Ausgestattet mit digitalem und analogem Kartenmaterial, mit Texten und Rätseln startet die moderne Schatzsuche – THEO caching.
Vom 21. bis 25. Oktober ist die Schatzsuche für angemeldete Schulklassen buchbar.

THEODOR FONTANE – EFFI BRIEST @ Kleist-Museum
Okt 21 um 19:00

Szenische Lesung mit Bastienne Voss und Reiner Heise

Effi Briest ist vielleicht der bekannteste Roman Theodor Fontanes, Generationen von Schüler*innen haben sich mit dem Schicksal der siebzehnjährigen Tochter aus gutem Hause auseinandergesetzt, die den doppelt so alten Baron von Instetten heiratet, an seiner Seite ein unerfülltes Leben führt und so leicht den Verführungen des jungen Majors Crampas erliegt. Ihr Ausbruchsversuch endet in der Katastrophe. In einer szenischen Lesung stellen Bastienne Voss und Reiner Heise ihre Interpretation der Geschichte von Liebe und ihrem Scheitern an individuellem Versagen und gesellschaftlicher Konvention vor.

Bastienne Voss absolvierte eine Schauspielausbildung in Berlin und studierte von 1994 bis 1996 Gesang Jazz/Rock/Pop an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden; 1996 bis 1999 Gastengagements an verschiedenen Theatern und parallel Arbeit für das Fernsehen. 1999 bis 2006 Ensemblemitglied der DISTEL, Berlin. Seit 2007 freischaffende Autorin und Herausgeberin, zuletzt: Peter Ensikat Glaubt mir kein Wort – Nachgelassene Satire aus vier Jahrzehnten (Hrsg.) und Grünauge sieht Dich, Roman.

Reiner Heise studierte bis 1981 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin. Von 1981 bis 1984 Meisterschüler, dort begann 1987 auch eine langjährige Tätigkeit als Lehrbeauftragter für Schauspiel. Einer der ersten bekannteren Filme, mit dem Heise Popularität erlangte, war Die Geschichte vom goldenen Taler (1984). Von 1984 bis 1992 Schauspieler an der Volksbühne Berlin, seit 1992 freischaffende Arbeit und Mitwirkung in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen sowie verschiedenen Hörspielen. Zuletzt zunehmende Arbeit als Theaterregisseur.

Okt
22
Di
CATHY OF HALLIWELL NACH HEINRICH VON KLEISTS KAETHCHEN VON HEILBRONN @ Kleist-Museum
Okt 22 um 19:00

Eine Jazz-HipHop-Kurzoperette von Lege & Lena

Wissen Sie, was eine Jazz-HipHop-Kurzoperette ist? Nun, die erste der Welt wurde inspiriert von Heinrich von Kleist, genauer: von seinem Käthchen von Heilbronn, diesem völlig abgedrehten »großen historischen Ritterschauspiel« in fünf Akten. Mit Rittern und einer bösen Frau und dem Kaiser, mit noch mehr Rittern und Gewittern und einer Burg, die brennt. Ja, und mit Engeln und mit Katharina (Käthchen) und Friedrich (Graf vom Strahl). Einfach wunderbar. Lege & Lena werden im ersten Teil des Abends musikalisch-systematisch zur Kunstgattung Jazz-HipHop-Kurzoperette hinführen. Im zweiten Teil geht dann der Vorhang auf: Cathy of Halliwell – als Deutsch-Rap mit der ganzen unglaublichen Story. Und einem Soundtrack aus Romantik, Funk, Rock, Country und Jazz. Ach, vom Feeling her eigentlich immer Jazz.

Lege & Lena machen seit zehn Jahren »PopJazz« – vor allem mit eigenen Stücken. Instrumentierung: Saxophone, Vocals, Melodica, Glockenspiel, Percussion (Lena); Gitarren, Banjo, Bass, Vocals (Lege). Und dies sagt man über Lege & Lena: »Massenkompatibel schräg.« »Das Saxophon fließt, und die Gitarre arbeitet.« »Kleine Besetzung, große Musik.«

ES REICHT! POSITIONEN DES AUFSTANDS. @ Kleist Forum · Studiobühne
Okt 22 um 19:30

Dokumentartheater
Mit anschließender Diskussion in der Wandelhalle
Bürgerbühne im Kleist Forum

Noch immer wächst in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut auf. Noch immer werden Hilfebedürftige durch gesetzliche Auflagen entmündigt und noch immer wird die Andersheit eines Menschen an den Rand der Gesellschaft kommentiert. Es reicht! Stellen wir das Alte in Frage, um für eine neue, gerechtere Welt zu kämpfen. Setzen wir ein Statement gegen Ungleichheit, Fremdenhass und einen Kapitalismus, der zum Selbstläufer geworden ist. Menschen aus Frankfurt (Oder) und Studierende der Fachhochschule Potsdam werfen einen Blick auf Missstände, über die es sich zu empören lohnt. Ein Theaterabend, der die Empörten nach ihren Positionen des Aufstands befragt – collagiert mit Manifestfragmenten des 21. Jahrhunderts.

Mit: Kurt Borowski, Silke Borowski, Annika Eschen- bach‚ Elisa Hartmann, Franziska Kahlfürst, Hannah Kattwinkel, Rita Klemt, Maja Kuhn, Norbert Leitzke, Steven Mühlbach, Danny Peisker, Maik Pistiak, Jolan Porst, René Tietz, Luisa Werner, Merle Zeisig
Regie: Hannes Langer
Dramaturgie: Katja Münster

Okt
23
Mi
VOM TAGTRAUM ZUM TRAUMTAG @ Kleist-Museum
Okt 23 um 10:00

Workshop für Lyrik und Bühne mit Bas Böttcher

Können Schlagworte boxen? Wie packt man ein Kofferwort? Was reimt sich auf Mensch? Im Workshop gibt der Slam-Poet und Sprachkünstler Bas Böttcher Einblicke in seinen Satzbau-Bausatz und zeigt, wie man mit Text-Tricks eigene Stücke erfindet und Ideen verwirklicht.

Poetry Slam ist die Kunst, ein Publikum mit Worten zu begeistern, mitzureißen und zu überraschen. Spaß und Kreativität sind dabei wichtiger als Perfektion. Welche dummen Missverständnisse lauern in der Sprache? Wie klingt ein Liebesgedicht auf Denglisch? Können Wörter stolpern oder Versteck spielen? Die Antwort liefert der Workshop.

Ob dabei Beatbox-, Lyrik-, Rap- oder Comedy- Techniken eingesetzt werden sollen, entschei- det Ihr! Wer sich für Musiktext, Theater oder einen eigenen Youtube-Blog interessiert, ist im Poetry-Slam-Workshop bestens aufgehoben.

Anmeldungen nur für Schulklassen!

PREMIERE – EFFI BRIEST — RHAPSODIE IN SAND @ Kleist Forum
Okt 23 um 19:30

Sandmalerei-Show nach dem Roman von Theodor Fontane
Koproduktion Sandtheater Berlin und Kleist Forum

Das Sandtheater Berlin zählt nicht nur in Deutschland zu den renommiertesten Ensembles für Sandmalerei. Mit den weltweit besten Sandartistinnen entführt es das Publikum in faszinierende Bilderwelten, die live vor den Augen der Zuschauer entstehen.

Als besonderen Höhepunkt der Kleist-Festtage bringt das Sandtheater Berlin erstmals Theodor Fontanes Gesellschaftsroman Effi Briest in großen Bildern – ganz ohne Sprache – auf die Bühne. Musikalisch begleitet wird das Spektakel vom Euphoria Orchestra und dem Akkordeonvirtuosen Aydar Gaynullin.

Mit: Alla Denisova (Sandart), Aydar Gaynullin (Knopfakkordeon) und dem Euphoria Orchestra
Regie und Konzeption: Dimitrij Sacharow

 

Okt
24
Do
KAETHCHEN & THUSCHEN, HERRMANN, HOMBURG & WETTER VOM STRAHL @ Kleist-Museum
Okt 24 um 19:00

Von Helden und Waschlappen im literarischen Kanon. Ein Theatergespräch

Fontane hielt den Homburg für einen »Waschlappen« in einer »unhistorisch« wirkenden Geschichte und die Demütigung und Selbstverleugnung des Käthchens auf einer Bühne anzusehen für unerträglich. Dennoch schätzte er deren geistigen Vater Heinrich von Kleist. In der Spielzeit 2018/19 war Michael Kohlhaas uneingeschränkter Spitzenreiter bei den Kleist-Inszenierungen auf deutschsprachigen Bühnen, scharf gefolgt vom Zerbrochnen Krug, aber auch Penthesilea und Amphitryon waren in zum Teil preisgekrönten Inszenierungen zu sehen, ebenso der Homburg und Das Käthchen von Heilbronn. Ein bedeutender Kleist-Forscher nannte die Herrmannsschlacht schon vor etlichen Jahren ein Ärgernis, ein nicht minder bedeutender Regisseur empfindet sie als Kleists bestes Drama. Kleist reizt immer noch und immer wieder zur Auseinandersetzung.

In der F.A.Z. ging vor einiger Zeit ein erfolgreicher Schriftsteller der selbstgestellten Frage nach, warum der Verfasser des Käthchens denn zum Kanon der deutschen Literatur gezählt werde…
Im Gespräch mit Theatermacher*innen gehen wir anlässlich unserer Sonderausstellung der Frage nach, was an Heinrich von Kleists Dramatik heute noch so fasziniert, welche Kraft das Käthchen und die Penthesilea verbindet und warum die sprichwörtlich gewordene Thusnelda ganz sicher kein dummes Thuschen ist.

Okt
25
Fr
BEST OF POETRY SLAM ANDERE HELDEN @ Kleist Forum
Okt 25 um 20:00

Präsentiert von Kampf der Künste

Wieder einmal geht es hoch her bei der Dichterschlacht im Rahmen der Kleist-Festtage! Das Kleist Forum präsentiert in Kooperation mit Kampf der Künste einen Best of Poetry Slam der Sonderklasse – ganz getreu dem Motto: Andere Helden!

Vom Alltagshelfer bis zum Superhelden über die kleinen Situationen voller Zivilcourage präsentieren vier der besten Poet*innen des Landes eine Show mit Verve, Charme und genialen Gedanken. Ob lustige Prosa, Lyrik, Performance oder Rap – es wird an nichts fehlen! Denn es ist kein normaler Dichter- wettstreit, es ist immer noch der Best of Poetry Slam!

Moderator: David Friedrich

Okt
26
Sa
EXKURSION AUF DEN SPUREN FONTANES @ Abfahrt vom Kleist-Museum
Okt 26 um 10:00

Reiseleitung: Hans-Jürgen Rehfeld

Die traditionelle Exkursion zu den Kleist-Festtagen führt uns diesmal auf den Spuren Theodor Fontanes ins Oderbruch. Vom Kleist-Museum aus geht es Punkt 10 Uhr mit dem Bus über die »alte Bischofstadt« Lebus nach Letschin. Die Heimatstube erinnert an Theodor Fontanes Aufenthalt und die Novelle Unterm Birnbaum. In Schiffmühle verbrachte der Vater des Dichters, Louis Fontane, seine letzten Lebensjahre, hier verstarb er im Oktober 1867. Sein Grab befindet sich unweit vom Fontanehaus auf dem Friedhof von Neutor- now. In seinem autobiographischen Roman Meine Kinderjahre setzt Theodor Fontane dem Vater, dem Ort und dem Haus ein literarisches Denkmal.

Über Kunersdorf und das Museum für Adelbert von Chamisso führt die Fahrt über Gusow und Neuhardenberg nach Friedersdorf. Die Beschäftigung mit der dortigen Familie von der Marwitz führte Theodor Fontane zu dem Ausspruch: »Wer den Adel abschaffen wollte, schaffte den letzten Rest von Poesie aus der Welt.«

Anmeldung nur schriftlich unter info@kleist-museum.de oder Kleist-Museum, Faberstraße 6-7, 15230 Frankfurt (Oder).

Bitte beachten Sie: Jeder Teilnehmende nimmt auf eigene Verantwortung an der Exkursion teil. Das Kleist-Museum schließt eine Haftung bei Personen- oder Sachschäden aus!

Die Exkursion findet in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e.V. statt und wird gefördert im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren – Kulturland Brandenburg 2019.

HAVE A CUP OF TEA MIT SOPHIE ROIS @ Kleist Forum
Okt 26 um 19:30

Songs und Stories über Inzest, Unschuld und Klassenbewusstsein.
Ein Abend mit Liedern der Kinks und Erzählungen von Ian McEwan.
Live, strictly second class und 100 % british

Sophie Rois nimmt uns mit in eine vergangene Epoche: das 20. Jahrhundert. Geschichten vom britischen Subkontinent. Die Erzählungen des englischen Bestseller-Autors Ian McEwan und Songs von Ray Davies, Kopf der legendären britischen Band The Kinks, berichten von Grotesken des Alltags, vom Zauber des ersten Erlebens und vom Erwachsenwerden.

»Mit ihrer Stimme bringt sie die Dinge in jeder Lebens- und Bühnenlage auf den Punkt«, schreibt Die Zeit über Sophie Rois und schwärmt von »der spezifisch Roisschen Mischung aus Auftrittskraft und permanenter Selbstverwunderung«. Bei Have a Cup of Tea wird Sophie Rois von Mark McRae und Clemens Maria Schönborn auf der Gitarre begleitet. Mark McRae arbeitet als Komponist und Songwriter u. a. für die Produzenten von David Bowie und Robbie Williams. Clemens Maria Schönborn verbindet mit Sophie Rois eine lange künstlerische Zusammenarbeit, in der verschiedene Arbeiten für Film, Theater und Hörfunk entstanden.

Mit: Sophie Rois, Mark McRae und Clemens Maria Schönborn
Regie: Clemens Maria Schönborn

Okt
27
So
KAETHCHENS TRAUM @ Kleist-Museum
Okt 27 um 11:00

Filmfrühstück

2004 eröffnete Jürgen Flimms filmische Adaption des Käthchens von Heilbronn den Internationalen Filmkongress der Filmstiftung NRW. Bereits 1980 hatte Flimm sich in einer Theaterinszenierung mit Katharina Thalbach in der Titelrolle dieses Stücks angenommen. Der knapp ein Vierteljahrhundert später entstandene Film verlegt die Handlung in die Gegenwart und wartet mit einer imposanten Kulisse auf: die verlassenen Hüttenwerke im heutigen Landschaftspark Duisburg-Nord, einem Industriedenkmal von europäischem Rang. Teresa Weißbach spielt das Käthchen, Tobias Moretti ist Graf vom Strahl, Chef eines Pharmakonzerns, der kurz vor der Einführung eines vielversprechenden Anti-Aging-Produktes steht. Da beschuldigt ihn der Automechaniker Theo Friedeborn, gespielt von Ernst Stötzner, dass seine Tochter Käthchen Opfer klinischer Test geworden sei… Die radikal moderne Bildsprache wird mit dem Kleist- schen Originaltext verbunden, bis zum – überraschenden – Ende.

Regie: Jürgen Flimm
In weiteren Rollen: Julia Stemberger, Sylvester Groth, August Zirner, Armin Rohde

PREMIERE – VOR DEM STURM DIE FRANKFURTER BUERGERSCHAFT LIEST FONTANE @ St.-Gertraud-Kirche
Okt 27 um 14:00

Ein gemeinsames Projekt von Kleist-Museum und Evangelischer Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) – Lebus im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren – Kulturland Brandenburg 2019

Gegen Ende der Kleist-Festtage unter dem Motto Stürmische Zeiten laden wir zur Premiere der Bürgerschaftslesung Vor dem Sturm ein. Seit Juli 2019 haben sich die Teilnehmer*innen mit dem »Roman aus dem Winter 1812/13« auseinandergesetzt, der literarisch in die Kleist-Zeit führt. In der beeindruckenden St.-Gertraud-Kirche, direkt vor dem Marienaltar, lesen die Bürger*innen unter der Regie von Daniel Heinz zum Abschluss des Projektes Teile des Romans, der unserer Stadt ein literarisches Denkmal gesetzt hat.

Die Lesung wird per Video aufgenommen und nach dem Ende der Kleist-Festtage allen Beteiligten zur Verfügung gestellt. Zwischen den Lesungen laden die Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) – Lebus und das Kleist-Museum zu Entspannung bei Kaffee und Kuchen, zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Gespräch ein.

SA. 19.10. | 14:00 Kleist-Museum | Hauptprobe
SA. 26.10. | 15:00 St.-Gertraud-Kirche | Generalprobe

PREMIERE DAS KAETHCHEN VON HEILBRONN @ Kleist Forum · Foyer
Okt 27 um 17:00

Konzertante Lesung nach Heinrich von Kleist

Thomas Thieme ist mit seinen außergewöhnlichen konzertanten Lesungen im Kleist Forum nicht mehr wegzudenken. In den letzten Jahren entführte er die Zuschauer*innen in unglaubliche Welten, wie etwa in die von Brechts Baal, in die der Nibelungen oder in den Kosmos

des Galilei. Eigens für die Kleist-Festtage 2019 nimmt er sich nun das wohl verwunschenste Theaterstück von Heinrich von Kleist vor: Das Käthchen von Heilbronn. Es ist der gewagte Versuch, den kompletten Text von einem Schauspieler, begleitet von einer Percussionistin, aufzuführen.

Die Herausforderung ist groß, denn die Dimensionen des Stückes sind monströs, vielschichtig und filigran zugleich. Getarnt als altdeutsches Ritterspiel mit Femegericht und Engelserscheinung, erzählt Kleist im Kern eine bizarre und herzzerreißende Liebesgeschichte – und reißt dabei die Grenzen des Fassbaren einfach ein. Kleists einmalige Sprache, die Absenzen seiner Figuren und ihre verwirrenden Unternehmungen sind fern eines jeden Kommentars – sie müssen gehört und erlebt werden.

Mit: Thomas Thieme und Imogen Gleichauf (Percussion)